Google AdWords Tipps und Tricks für eine erfolgreichere Anzeigenschaltung

Google AdWords ist nicht nur für große Firmen mit höheren Budgets eine interessante Werbeform. Gerade auch kleine Unternehmen oder Selbständige können von Google AdWords profitieren, denn sie können sich neue Zielgruppen erschließen, die sonst nicht auf das Angebot aufmerksam geworden bzw. auf deine Website gekommen wären. Das Tool ist zwar nicht allzu schwierig zu bedienen, allerdings gibt es einige Dinge, die man beachten sollte. Mit den folgenden Google AdWords Tipps gelingt dir der Einstieg.

Seit Anfang März 2016 hat Google übrigens die Ausspielung von Textanzeigen auf der rechten Seite eingestellt. Dort erscheinen nur noch Google Shopping Anzeigen bzw. der sogenannte Knowledge Graph (zusammengefasste Informationen zu einem Thema). Über den Suchergebnissen gibt es nun drei bis vier Anzeigenplätze, weitere befinden unter den Suchergebnissen am Ende der Seite. Das bedeutet natürlich auch, dass Werbetreibende hauptsächlich um die oberen Positionen bemühen und es ist noch wichtiger geworden, die Kampagnen gut vorzubereiten. Da es weniger Anzeigenplätze gibt, sind die Klickraten tendenziell gestiegen.

A propos Budget: Ganz häufig möchten Unternehmer mit 10 Euro pro Tag Anzeigenbudget auskommen. Das ist auch völlig in Ordnung, v.a. solange man erst einmal testen möchte, ob dieser Werbekanal für die eigenen Ziele geeignet ist. Aber es ist nicht gut möglich mehrere Kampagnen für mehrere Produkte mit vielen verschiedenen Anzeigengruppen zu schalten. Das funktioniert nicht. Bei kleinem Budget ist es bessesr nur eine Sache zu gezielt mit einer Kampagne zu bewerben, vielleicht sogar nur lokal oder regional und sich bei der Erstellung der Anzeigengruppen auf das Wichtigste zu fokussieren.

1) Nutze den Keyword-Planer

Bevor du deine Anzeigenkampagne startest, solltest du in jedem Fall eine gründliche Keyword-Analyse vornehmen, denn deine potentiellen Kunden geben unter Umständen gar nicht die Schlagworte ein, die du vermutest oder selbst verwenden würdest. Du solltest also immer aus Nutzersicht denken, was oft gar nicht so leicht ist. Der Aufwand einer gründlichen Recherche lohnt sich aber in jedem Fall, denn höhere Klickraten durch relevante Keywords senken auch den Klickpreis. Frage ruhig auch deine bestehenden Kunden oder in deinem Bekanntenkreis, was sie eingeben würden. Danach kannst du den Keyword-Planer nutzen, um weitere Ideen zu entwickeln.

Die Keywords sollten wirklich zu deinem Angebot passen. Es ist nicht zielführend mit Keywords zu arbeiten, um damit Nutzer „abzugreifen“, die sich eventuell auch dafür interessieren könnten. Diese Keywords passen dann weder zu den Anzeigentexten noch zu der Nutzererwartung und letztendlich auch nicht zu deinem Angebot. Ein Beispiel wäre, wenn du Italienisch-Kurse anbietest und Suchbegriffe wählst wie „italienisch lernen“. Denn damit generierst du unter Umständen Klicks auf die Anzeigen von Nutzern, die ein Italienisch-Buch kaufen möchten oder einen kostenlosen Vokabeltrainer suchen.

Nicht alle Keywords, die der Keyword-Planer ausspuckt, sind sinnvoll, aber für eine erste Recherche ist das Tool sinnvoll, zumal Suchvolumen angezeigt werden. So bekommst du einen ersten Eindruck, wie oft eigentlich nach dem Keyword gesucht wird. Überprüfe auch mit dem Tool Google Trends, ob es saisonale Schwankungen gibt oder ob es einen Abwärtstrend in der Suche gibt, weil das Thema keinen mehr hinterm Ofen vorlockt.

Keyword Planer - ein nützliches Tool zum Finden von Keywords

2) Die Keywords in einer Anzeigengruppe

Google empfiehlt zwar ca. 10-30 Keywords innerhalb einer Anzeigengruppe, oft sind das aber zu viele. Gerade bei kleinen Accounts mit geringem Budget ist es besser, wenn man sich für ein Keyword-Set, d.h. eine thematische Ausrichtung entscheidet und unterschiedliche Anzeigengruppen erstellt, z.B. pro Produkt. Das erleichtert auch das Erstellen der Anzeigentexte.

Beim Erstellen der Keywords für eine Anzeigengruppe solltest du folgendes beachten:

Die Keywords werden erst mal mit der Keywordoption „weitgehend passend“ eingestellt, wenn du nicht aktiv die Keyword-Optionen nutzt. Das bedeutet, dass die Anzeigen auch in teilweise unsinnigen Wortkombinationen ausgespielt werden können, die du gar nicht beabsichtigt hast. Mache dir immer bewusst, nach was der Nutzer suchen könnte und was er sich erwartet.

Bei der „passenden Wortgruppe“ werden auch Varianten und Synonyme, egal mit welcher Reihenfolge verwendet. Bei „genau passend“ brauchst du keine weiteren Keywords wie Pluralformen oder Rechtschreibfehler eingeben. Google hat diesen Übereinstimmungstyp überarbeitet, so dass Anzeigen nicht mehr nur bei wirklich exakt passenden Keywords ausgespielt werden, sondern eben auch bei nahen Varianten oder Schreibfehlern. Für ausschließende Keywords gilt bei „genau passend“ weiterhin, dass Anzeigen nur selektiv ausgespielt werden ohne diese Wortkombinationen.

3) Nutze den Suchanfragenbericht

Um festzustellen, bei welchen Keywords deine Anzeigen ausgespielt werden und mit welchen Suchanfragen deine Nutzer auf die Anzeigen geklickt haben, ist der Suchanfragenbericht nützlich. Klicke dazu auf den Tab „Keywords“ und darunter auf „Suchbegriffe“.

den suchanfragenbericht kann man nutzen, um neue keywords zu finden

Hier siehst du nun welche Suchanfragen, die Nutzer gestellt haben und wieviele Klicks zustande gekommen sind. Füge die Spalte „Keywords“ hinzu, indem du auf „Spalten“ klickst und unter Attribut das „Keyword“ hinzufügst. Dann siehst du welche Suchanfrage durch welches Keyword eine Anzeigenschaltung ausgelöst hat. Neue interessante Keywords kannst du hinzufügen und nicht passende Keywords ausschließen.

 

die Spalte keywords im Suchanfragenbericht hinzufügen

4) Die Anzeigenüberschrift, die Anzeigen-URL und die Ziel-URL

Seit letztem Jahr steht mehr Text in den Anzeigen zur Verfügung. Hast du schon vorher Anzeigen erstellt und möchtest diese jetzt editieren, erhältst du aber nicht das neue Layout. Erstelle deshalb ganz neue Texte, so dass du mehr Platz zur Verfügung hast.

Die Anzeigenüberschrift wird von Google in blau geschrieben und ist mit dem Link zu deiner Website bzw. einer Landingpage hinterlegt (Ziel-URL). Durch die Hervorhebung ist sie das wichtigste Element deiner Anzeige und sollte daher sorgfältig ausgewählt und getestet werden. Sie sollte auch möglichst das Keyword, d.h. das vom Nutzer gesuchte Wort enthalten, denn dieses erscheint gefettet. Die Anzeigenüberschrift kann bis zu 30 Zeichen je Zeile enthalten. Die Textzeile können maximal 90 Zeichen lang sein.
Die Anzeigen-URL kann auch das Keyword enthalten, wie im Beispiel „rechtsanwalt-xyz.de/baurecht“. Sie muss nicht unbedingt die tatsächliche URL sein. Allerdings bist du hier auf je 15 Zeichen beschränkt. Innerhalb einer Anzeigengruppe muss übrigens immer die gleiche Ziel-URL verwendet werden.

Anzeigen in AdWords

Stimme den Anzeigentext genau auf den Inhalt deiner Landing-Page ab. Wenn ein Nutzer auf deine Anzeige klickt, möchte er schließlich genau das sehen, was er gesucht hat. Deshalb ist es meistens nicht zielführend, wenn du die Anzeige auf die Startseite verlinkst. Es ist besser, wenn du eine speziell erstellte Landing-Page verwendest.

5) Teste die Anzeigentexte

Der Anzeigentext sollte so formuliert sein, dass das Keyword darin vorkommt. Der Text sollte einfach und klar sein und möglichst eine Handlungsaufforderung enthalten, z.B. jetzt anmelden. Versuche das Alleinstellungsmerkmal zu formulieren oder eine Besonderheit, wie z.B. Lieferung am nächsten Tag. Oder du machst auf Gutscheine oder Rabattaktionen aufmerksam.

Teste regelmäßig, welche Anzeigen am besten laufen. Schalte dazu deine Anzeigen in den Kampagneneinstellungen auf „leistungsunabhängige Schaltung“, da sonst die Anzeigen von Google ausgespielt werden, die aller Voraussicht nach die besten Klickergebnisse bringen. Das ist sinnvoll, wenn die Anzeigen länger laufen, aber gerade am Anfang ist es besser, wenn du die Texte erst einmal testest. Alternativ kannst du auch einstellen, dass die Anzeigen 90 Tage leistungsunabhängig laufen sollen und danach leistungsabhängig.

Anzeigenrotation auf leistungsunabhängig stellen

Erstelle jeweils mindestens 4 bis 6 Anzeigen pro Anzeigengruppe, teste unterschiedliche Texte, Überschriften oder Handlungsaufforderungen (Call-to-Actions). Meistens kristallisieren sich ziemlich schnell die besseren Kombinationen heraus. Optimiere nach einiger Zeit auch gut laufenden Anzeigen, damit beim Nutzer, der die Anzeige schon öfters gesehen hat, kein „Ad Burnout“ entsteht.

6) Nutze die Anzeigenerweiterungen

Die Anzeigenerweiterungen fließen in den sogenannten Adrank mit ein, d.h. sie spielen mit eine Rolle an welcher Stelle deine Anzeige ausgespielt wird und zu welchem CPC (cost per click, der Preis des jeweiligen Keywords). Daher solltest du unbedingt Anzeigenerweiterungen anlegen.

anzeigenerweiterungen in google adwords nutzen

Oft bieten sich Sitelink-Erweiterungen an, so dass im besten Falle deine Anzeige mit weiteren URLs zu deiner Website erscheint. Auch die Standorterweiterung kann sinnvoll sein, wenn du z.B. über ein Ladenlokal oder ein Büro mit Publikumsverkehr verfügst. Sinnvoll sind auch die „Erweiterungen mit Zusatzinformationen“, auch Callouts genannt. Dies sind kurze Informationen, die unter deiner Anzeige stehen können:

Ein Beispiel für die Anzeigenerweiterung in Google AdWords

7) Schalte die Anzeigen lokal oder regional

Gerade, wenn du nur in einer bestimmten Region oder Stadt tätig sind, lohnt es sich genau einzugeben, wo deine Anzeigen ausgespielt werden sollen. Gib dazu in den Kampagneneinstellungen die entsprechende Zielregion ein. Du kannst auch Regionen ausschließen. Der große Vorteil ist, dass du auch z.B. genau abgestimmte, vom Umkreis her begrenzte, Anzeigen schalten kannst.
Wenn du beispielsweise ein Restaurant besitzt und vor allem Nutzer ansprechen möchtest, die mit dem Smartphone unterwegs sind, kannst du einen Umkreis von ein paar Kilometern eingeben. Achte darauf, dass die Standortoptionen richtig eingestellt sind. „Nutzer in meiner Zielregion“ ist sinnvoll bei lokalen Geschäften oder lokal angebotenen Dienstleistungen.

Standortoptionen auswählen

Bei lokalen Anzeigen lohnt sich auch die Standort- und Anruferweiterung, so dass auch deine Adresse in der Anzeige gezeigt werden kann und Nutzer anrufen können.

8) Wähle die richtige Gebotsstrategie

Gerade für Anfänger können die Gebotsstrategien ein Buch mit sieben Siegeln sein. Daher tendieren Neulinge oft dazu, Google „machen zu lassen“. Wenn du aber nur ein kleines Account hast, lohnt es sich die Gebote für Klicks erst einmal manuell festzulegen. Nach einiger Zeit, wenn man sieht wie die Anzeigen laufen, und man nicht mehr mehrmals die Woche das Account checken möchte, kann man umstellen. Vor allem sollte man aufpassen bei der Einstellung „Auto-optimierten CPC aktivieren“. Hier werden die Conversion-Daten mitberücksichtigt, d.h. das was du als Conversion auf deiner Website festgelegt hast, also die Umwandlung der Anzeige in einen Erfolg. Das kann z.B. eine Bestellung sein oder auch das Ausfüllen des Kontaktformular. Gerade bei letzterem sind aber oft die Conversions sehr niedrig, weil potentielle Kunden beispielsweise lieber anrufen. In diesem Fall lohnt es sich auch nicht die Gebote auf Conversions optimieren zu lassen, vor allem, weil monatlich mindestens 15 Conversion erforderlich sind.

Gebotstrategien in Google Adwords sind sehr komplex

Fazit

Auch wenn das Budget für Google AdWords gerade Selbständigen und kleine Unternehmen recht hoch erscheint, ist die Anzeigenschaltung mit Google AdWords ein äußerst effizientes Werbemittel, um potentielle Kunden auf die Website zu bringen. Du erreichst damit eine wesentlich höhere Reichweite als mit einer reinen Suchmaschinenoptimierung oder anderen Online-Marketing Maßnahmen. Es gibt aber nicht nur Textanzeigen, du kannst auch Bild- oder Videoanzeigen schalten. Diese eignen sich vor allem zur Steigerung des Bekanntheitsgrads, bei einer Markeneinführung und zur Imagebildung. Außerdem besteht die Möglichkeit Nutzer anzusprechen, die bereits auf deiner Website waren, so sogenannte Retargeting oder Remarketing.

Lies dazu auch folgende Tipps für AdWords, bevor du dich in die Anzeigenerstellung stürzt.

 

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