Wurde deine Website von Google abgestraft?

Im September diesen Jahres hat Google wieder einmal Updates durchgeführt. Um den 01. September herum gab es daher bei vielen Websites mehr oder weniger starke Veränderungen im Ranking. Das erste Update, das sogenannte „Possum“-Update betrifft organische lokale Suchergebnisse, von denen bereits seit einiger Zeit nur noch drei angezeigt werden, anstatt früher acht.

Das zweite Update betriff das sogenannte Penguin-Update, das es schon länger gibt und mit dem Google Webspam verhindern möchte. Was es damit auf sich hat, findest du weiter unten im Artikel.

Was bedeutet das Possum-Update für die Website?

Mit dem Possum-Update werden keine Websites „abgestraft“. Es kann aber sein, dass lokale Websites, die vorher unter den ersten drei Positionen bei lokalen Suchergebnissen aufgetaucht sind, nun verschwunden sind.

Welche Änderungen gab es nun beim Possum-Update?

Der Standort des Suchenden

Der Standort des Nutzers bzw. seine IP-Adresse spielen eine noch größere Rolle als vorher. Das ist meistens auch sinnvoll für den Nutzer, der praktisch nicht mehr den Standort eingeben muss, wenn er beispielsweise einen Zahnarzt in der Nähe sucht:

Local SEO lokale Suchergebnisse

Dieses Beispiel bezieht sich auf jemanden, der tatsächlich in der Nähe dieser Zahnärzte wohnt und nur das Keyword „zahnarzt“ ohne „münchen“ eingegeben hat.

Unternehmen außerhalb der Stadtgrenzen

Bisher war es so, dass Unternehmen bevorzugt wurden, die ihre Geschäftsadresse tatsächlich innerhalb der Stadtgrenze haben. Unternehmen, die beispielsweise in Grasbrunn bei München ihren Firmensitz haben, hatten es schwerer gegen die Konkurrenz aus der Innenstadt. Das ist nun nicht mehr der Fall. Um übrigens festzustellen, an welcher Position deine Website in den lokalen Suchergebnissen auftaucht, solltest du ein SEO-Tool wie RankTracker verwenden.

Die gleiche Adresse wie andere Unternehmen

Wenn du eine Adresse hast, die du mit anderen Unternehmen gemeinsam hast, könnte es sein, dass Google die Suchergebnisse filtert und deine Website nicht mehr anzeigt. Ganz problematisch wird es, wenn du sogar in der gleichen Branche tätig bist. Wenn du dich schon mit Suchmaschinenoptimierung beschäftigt hast, dann weißt du, dass Google sehr darauf bedacht ist, doppelte Inhalte in den Suchergebnissen zu vermeiden („duplicate content“). Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass dein Unternehmen aus diesem Grund nicht angezeigt wird. Nehmen wir an, du bist Grafiker in einem Coworking-Office zusammen mit anderen selbstständigen Grafikern. Dann wird u.U. einer von euch bevorzugt.

Was kannst du also tun, damit Google deine Website in den lokalen Suchergebnissen als einzigartig genug ansieht und unter den ersten drei auflistet?

  • Erst einmal musst du dich natürlich bei Google MyBusiness anmelden.
  • Fülle das Unternehmensprofil bei Google MyBusiness so gut wie möglich und korrekt aus.
  • Überprüfe die Beschreibung deines Unternehmens.
  • Füge auch hochwertige Fotos und Videos hinzu.
  • Melde dich bei anderen relevanten Branchenbüchern an und verwende immer die gleiche Formatierung für die Adress- und Telefondaten.
  • Und last but not least: ermuntere deine Kunde Bewertungen in deinem Profil zu hinterlassen. Um beim Beispiel „zahnarzt“ zu bleiben: hier siehst du, wie die Bewertungen des Zahnarztes aussehen, der an der ersten Stelle in den Suchergebnissen war (wohlgemerkt betreffend meine Anfrage, bei dir wird je nach deinem Standort natürlich jemand anderes angezeigt).

Was hat es mit dem Penguin-Update auf sich?

Ein zweites von Google im Google Webmaster-Blog angekündigte Update nennt sich Penguin 4.0 und läuft nun in Echtzeit. Das Penguin-Update wurde mit dem Ziel eingeführt Webspam in den Suchergebnissen radikaler einzudämmen. Es wurden also seit 2012 verstärkt Websites abgestraft und nicht mehr in den Top-Positionen ausgespielt, die Maßnahmen wie z.B. Keyword-Stuffing (also mit Keywords vollgestopfte Texte) oder gekaufte Links eingesetzt haben.

Wenn nun Webseitenbetreiber ihre Website auf Vordermann gebracht haben, die Inhalte verbessert haben und wertlose Links losgeworden sind, dann dauerte es eine Weile, bis es wieder ein Update gab. Nun läuft Penguin in Echtzeit, so dass die Änderungen viel schneller sichtbar werden und das ist wirklich eine gute Nachricht. Denn gerade der Abbau von Spam-Links kann genauso aufwändig sein, wie der Aufbau von guten Links.

Google weist übrigens in dem o.g. Blogpost darauf hin, dass Updates wie das Penguin-Update eben nur eines von 200 Ranking-Faktoren ist. Es ist weiterhin wichtig, wirklich nützliche und interessante Inhalte auf der Website („amazing content“) zu veröffentlichen und das regelmäßig („freshness“)!
Auf die Frage, ob denn das Penguin-Update schon greift, kann man nur sagen: man weiß es nicht ;). Aber nachdem es eben „real time“ ist, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Google-Bots die Websites durchforsten und die Seiten nach und nach indexieren. Von daher ist es gut, seine Rankings mit SEO-Tools kontinuierlich zu beobachten.

Was positiv an diesem Update ist, ist die Tatsache, dass sich Websites, die in der Vergangenheit Links gekauft hatten und diese nun losgeworden sind, nicht mehr so lange warten müssen, bis Google wieder ein Penguin-Update fährt und die Seiten neu beurteilt.

„Once a webmaster considerably improved their site and its presence on the internet, many of Google’s algorithms would take that into consideration very fast, but others, like Penguin, needed to be refreshed. With this change, Penguin’s data is refreshed in real-time, so changes will be visible much faster, typically taking effect shortly after we recrawl and reindex a page. It also means we’re not going to comment on future refreshes.“ — Gary Illyes, Google Webmaster Central Blog.

Keine Abstrafung der gesamten Website

Das Penguin-Update ist nicht nur in Echt-Zeit verfügbar, sondern auch granularer und betrifft nur noch einzelne Seiten einer Website und nicht unbedingt die gesamte Website. Du solltest also in jedem Fall das Backlinkprofil deiner Website überprüfen.

Wie sieht ein schlechtes Backlinkprofil aus?

  • Es verweisen Websites auf deine Website, die von schlechter Qualität und „spammy“ sind.
  • Links von Websites, die nur zu SEO-Zwecken erstellt wurden.
  • Links von völlig irrelevanten Websites. Hier muss ich mal etwas lästern über Webdesign-Agenturen, die ihren Kunden massenweise Links auf ihre eigene Website setzen ;)). Aber ein Link von einer Website aus einer anderen Branche ist in dem Fall leider kein wertvoller Link.
  • Bezahlte Links
  • Links mit überoptimierten Ankertext, d.h. wenn der Linktext nur zu dem Zweck erstellt wurde, einen Backlink zu erzeugen und nicht im Text aufgeführt wurde, weil er nützlich ist für den Leser.

Wie kannst du feststellen, ob deine Website vom Penguin-Update betroffen ist?

Am besten nutzt du ein Tool wie SEO-Spyglass, das bis 1000 Links kostenfrei ist und das dir mögliche Gründe für eine Abstrafung nennt und anzeigt, welche spammigen Links du loswerden solltest. Dazu ist es am besten den entsprechenden Webmaster zu kontaktieren mit der Bitte, den Link zu entfernen. Wenn das nicht funktioniert, können die Links in der Google Search Console abgewertet werden. SEO-Spyglass bietet übrigens die Möglichkeit die Liste der Links zu exportieren, so dass sie dann in der Search Console hochgeladen werden kann.

Außerdem kannst du in der Google Search Console überprüfen, wie es mit den Suchanfragen aussieht und ob diese in der letzten Zeit massiv eingebrochen sind.

Fazit

Im Prinzip hat sich durch diese beiden Updates nicht viel geändert, wenn dein Backlinkprofil stimmt und du auf eine gute lokale Suchmaschinenoptimierung geachtet hast. Du musst weiterhin relevanten Content für deine Nutzer oder Leser erstellen und SEO-Praktiken vermeiden, die aussehen, als wären sie einfach (wie z.B. der Kauf von Backlinks oder Teilnahme an Klickgeschäften). Wie heißt der alte Spruch: ohne Fleiß keinen Preis ;).

 

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