Was ist die re:publica?

Die re:publica ist eine der wichtigsten Events rund um Themen der digitalen Gesellschaft. Aus der anfänglichen Bloggerkonferenz ist aber mittlererweile ein Treffen all derjenigen geworden, die sich für Netzpolitik, digitales Marketing, Kultur, Netz-Technologie, Europa-Politik und viele andere Themen interessieren. Das macht auch den Charme dieser Konferenz aus, nämlich dass für alle etwas dabei ist und man seinen Horizont erweitern kann.

Was mir auch besonders gut gefallen hat: hierher kommen nicht nur junge Technikfreaks oder Blogger, sondern es mischen sich alle Altersgruppen, Nationen und Kulturkreise und die Stimmung ist entspannt und locker. Man trifft sich, tauscht sich aus, und hat die Qual der Wahl zwischen sehr vielen interessanten Vorträgen und Diskussionen. Dabei kommt es auch vor, dass man Sessions verpasst, weil man auf dem gut mit Steckdosen versorgten „Affenfelsen“ in ein Gespräch vertieft ist ;).

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Alles in allem ist die re:publica ein „Festival der Superlative“, so schreiben es die Macher der re:publica-Website und das ist nicht einmal übertrieben.

Und weil es so schwer ist, die Eindrücke zu beschreiben, habe ich ein Video mit meinen persönlichen Eindrücken zusammengestellt:

In der Opening Session, in der Mitbegründer der re:publica und Netzaktivist Markus Beckedahl den „Ausstieg aus der Totalüberwachung“ forderte, wurde einem wieder bewusst, dass die Freiheit des Internets nicht einfach vorhanden ist, sondern immer wieder erkämpft werden muss. Auch in diesem Jahr wurde wieder über die anlasslose Vorratsdatenspeicherung diskutiert, die zwar durch das Bundesverfassungsgericht gestoppt wurde, die aber jederzeit wieder eingeführt werden kann.

Unser Mann im All

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Ein Highlight war für viele der Vortrag von Alexander Gerst über seine Erfahrungen auf der Internationalen Raumstation ISS, wo er ein halbes Jahr verbrachte. Die vielen atemberaubenden Bilder und die interessanten und unterhaltsamen Erzählungen aus dem Alltag eines Astronauten, räumten auch die letzten Zweifel aus, dass hier vielleicht Steuergelder verschwendet sein könnten. Jedenfalls wünschten sich alle Zuhörer am Ende, dass Alexander Gerst bald wieder auf die ISS zurückkehren darf.

https://re-publica.de/session/blue-dot-mission-sechs-monate-leben-und-arbeiten-auf-iss

Visualisieren mit Sketchnotes

Seit vielen Jahren nutze ich Mindmaps zur Visualisierung meiner Vortragsnotizen oder Ideen. Und immer nehme ich mir vor, diese weniger mit Text auszustatten und dafür mehr zu bebildern. Deshalb war für mich der Sketchnotes-Workshop ein Muss. Die Visualisierungsprofis Anna Lena Schiller, Ralph Appelt und Britta Ullrich ließen uns erst einmal blind unsere Nachbarn zeichnen, was zu einigen Lachern führte. Aber es sollte zeigen, wie man auf die Schnelle grafisch etwas festhalten kann, ohne dass es perfekt sein muss. Ich jedenfalls werde meine Sitznachbarin sicher noch lange im Gedächtnis behalten. Es geht bei den Sketchnotes im Wesentlichen darum bei Vorträgen schnell ein paar Notizen zu machen und grafisch umzusetzen. Jeder kann zeichnen, so die Aussage der Drei. Um allerdings auch während eines Vortrags in kürzester Zeit mitzeichnen zu können, braucht es ein paar grundlegende Bilder, die man parat haben sollte. Linien, Quadrate, Kreise, Pfeile – was man daraus machen kann (sogar Einhörner), erfährt man im Einsteiger-Workshop.

YouTube im Kreuzfeuer

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Einen interessanten Vortrag zum Thema YouTube hielt Bertram Gugl, in dem er erklärte, warum YouTube allein längst nicht mehr für Viralität sorgt. Videos verbreiten sich nicht mehr unbedingt innerhalb von YouTube viral, sondern erhalten die Reichweite hauptsächlich über andere Netzwerke. Er kritisierte, dass YouTube Nutzer zwingt ein Konto bei Google+ zu eröffnen, um kommentieren zu können. Dieser Schritt kam bei der Community überhaupt nicht gut an: „Man macht nicht eine Community kaputt, um eine andere zu pushen“. Auch für die YouTuber selbst, also die Künstler, wird YouTube zunehmend unattraktiver und viele überlegen, in andere Plattformen zu gehen mit attraktiveren Vermarktungsmodellen. YouTube sei für viele Nutzer der Endpunkt, wenn sie von anderen Netzwerken kommen und gehen auch nicht unbedingt auf die Suche nach weiteren Videos. Viele Sendungen finden außerdem zu bestimmten Zeitpunkten statt, es besteht also kein Anreiz für Nutzer, zwischendurch auf YouTube zu gehen, während in Facebook das Video für die schnelle Unterhaltung zu allen Zeiten geeignet ist. Somit wird Facebook zum Start- und Endpunkt für die Nutzer von Videos. YouTube ist momentan in einer Phase, in denen es Google noch gelingen kann, seine Marktführerschaft zu behaupten, aber Facebooks Stärke ist derzeit in jedem Fall die mobile Ausrichtung, obwohl auch Facebook noch viele Hausaufgaben zu erledigen hat, wie z.B. bzgl. Urheberrechte.

Den Vortrag und die Folien finden Sie hier: http://www.gugelproductions.de/blog/2015/vortrag-youtube-im-kreuzfeuer-republica-mcb.html

„Brüste, Brüste, Brüste“ oder wie man Unterstützer in Youtube gewinnt

In dieser Diskussionsrunde ging es um die Frage, wie man es schafft in YouTube genügend Abonnenten für seinen Kanal zu erhalten und irgendwann einmal Geld damit zu verdienen. Dabei stellte Marie Meimberg klar, dass es zunächst einmal darum geht, Inhalte zu erstellen, die einem selbst am Herzen liegen und nicht darauf zu schielen, womit man Geld verdienen kann. Wer nicht mit Leidenschaft sein eigenes Projekt verfolgt, kann auch schwerlich andere davon überzeugen. Es ist auch nicht gesagt, dass YouTube unbedingt das passende Medium für die eigenen Inhalt ist. Und es muss auch gar nicht sein, dass man in allen sozialen Medien unterwegs ist. In jedem Fall gelten gerade auch für YouTube die folgenden Faktoren, was konsumiert wird, was geteilt und favorisiert wird: es muss unterhaltsam und humorvoll sein, einen Mehrwert haben, über einen Sachverhalt informieren, emotional sein.

Der Titel eines YouTube Videos ist dabei äußerst wichtig, er soll einerseits beschreiben, um was es in dem Video geht, eine Aktion triggern, aber auch ein Versprechen einlösen. Plakativ nannte Marie Meimberg das folgende Beispiel: Wenn das Video den reißerischen Titel „Brüste, Brüste, Brüste“ trägt, dann erreicht dieser vielleicht Aufmerksamkeit, wird aber nicht weiter angeschaut, wenn das Versprechen nicht eingehalten wird. Leider sorgt auch in YouTube der Algorithmus dafür, dass man weniger gut gefunden wird, wenn man längere Zeit seinen Kanal nicht mit neuen Videos versorgt. Alles in allem waren sich die Panel-Teilnehmer einig, dass es leider kein Patentrezept gibt, wie man in YouTube eine hohe Abonnentenzahl erreicht, außer dass man regelmäßig für die Zielgruppe interessante Inhalte veröffentlicht und sich so eine Fanbasis aufbaut. Einen langen Atem braucht man dafür allemal.

#OutOfOffice oder das Auslaufmodell „Anwesenheit“

Holm Friebe, der vor ca. 10 Jahren zusammen mit Sascha Lobo das Buch Wir nennen es Arbeit geschrieben hat, sprach über das angestaubte Arbeitsbild des von 9 bis 17 Uhr arbeitenden Angestellten. Es gibt leider immer noch viel zu viele Unternehmen, die von einer Präzenzkultur geprägt sind und deren Chefs glauben, nur wer physisch anwesend sein, würde tatsächlich arbeiten. Da ich selbst konzentrierter und effektiver in meinem Home-Office arbeite, fand ich die Ansätze der beiden natürlich sehr interessant. Selbstbestimmtes Arbeiten ist sicher nicht für jeden geeignet, das gebe ich gerne zu. Aber für die digital Arbeitswelt wäre es wichtig, dass man sich von althergebrachten Vorstellungen zum Thema Arbeit löst.

https://re-publica.de/session/weg-digitaler-boheme-bis-outofoffice (leider keine Aufzeichnung verfügbar)

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