Recap SMX 2015 – News rund um das Suchmaschinenmarketing

Die jährlich in München stattfindende Search-Marketing Expo ist ein Highlight unter den Search-Marketing-Konferenzen in Deutschland. Zwei Tage lang berichten nationale und internationale Stars der Online-Marketing Szene während diverser gleichzeitig laufender Sessions über Trends im Bereich SEO, SEA, Analytics, Content und SoLoMo (Social-Local-Mobile). Ein Bootcamp und eine Trendlounge rundeten das Angebot ab, so dass man sich kaum entscheiden konnte, welche der spannenden Vorträge man besuchen wollte. Ich habe hier drei der interessantesten herausgegriffen.

recap smx 2015 münchen

1.) SEO (Suchmaschinenoptimierung)

SEO gefunden werden im Internet

Das erste Vortrag war die Keynote von Rand Fishkin, dem „Wizard of Moz“. Rand ist sozusagen der SEO-Guru, der u.a. mit seinen Whiteboard-Fridays das Thema Suchmaschinenoptimierung und die vielen Facetten unterhaltsam und leicht verständlich näher bringt. Das Thema seiner diesjährigen Eröffnungs-Keynote lautete „Das Signal im Rauschen – so gehen Sie im Lärm nicht unter“. Er demonstrierte eindrucksvoll, wie viele Informationen täglich auf Nutzer einprasseln, v.a. wenn diese auch in den sozialen Medien unterwegs sind. Das macht es vor allem auch kleineren Unternehmen schwer aus der Masse herauszustechen.

Hierzu stellte Rand Strategien vor, wie man am besten vorgeht, damit die eigene Website besser gefunden wird, z.B.:

a.) Das Keywordset erweitern

Viele nutzen den Keyword-Planer von Google AdWords, um herauszufinden, welche Keywords auf häufigsten gesucht werden. Google gibt aber erstens nicht alle Daten frei und die Keyword-Suchvolumina beziehen sich nur auf die Adwords-Daten. Zweitens nutzen natürlich auch alle anderen den Keyword-Planer. Es lohnt sich daher beispielsweise auf Google Suggest zurückzugreifen oder Wildcards zu nutzen.

Hier findest du übrigens weitere kostenfreie SEO-Tools, um Keywords zu recherchieren.
Aufwändiger, aber lohnenswert, ist das Durchforsten von Online-Diskussionen, beispielsweise auf Twitter, um herauszufinden, was die Zielgruppe bewegt und um neue Themen und Keywords aufzugreifen. Auch Google Trends hilft hier, ebenso wie das noch relativ wenig genutzte Tool Google Correlate, das (momentan) nur auf Englisch zur Verfügung steht und das Suchmuster mit weltweiten Trends vergleicht.

b.) In Formate investieren, die andere vermeiden

Natürlich ist es einfacher einen kurzen Beitrag in Facebook zu verfassen als einen Blogartikel zu schreiben. Und es ist vielleicht weniger aufwändig einen Blogartikel zu verfassen als ein Video zu drehen oder ein Tool für seine Website zu programmieren. Letztendlich ist es aber das, was eine Website zu etwas Besonderem macht. Dabei müssen es nicht immer aufwändige Infografiken sein. Wenn ein Sachverhalt einfach und klar dargestellt wird, kann eine weniger professionell aussehende Grafik genauso erfolgreich sein. Überhaupt sind „Visual Facts“ ein gutes Mittel, um sich vom Wettbewerb abzugrenzen. Denn es ist (leider) so, dass Menschen oft weniger einen Text mit einer guten Argumentation lesen und diesem vertrauen als einem Diagramm mit einer nach oben zeigenden Linie.

c.)  Jetzt die Ärmel hochkrempeln, solange die Konkurrenz noch zögert

Gerade in den sozialen Medien gibt es ständig neue Vermarktungsmöglichkeiten, die noch nicht so gängig sind wie beispielsweise die Anzeigenschaltung bei Facebook. Je nach Art deines Geschäftsfelds bieten vielleicht auch Instagram oder Pinterest interessante Möglichkeiten. Themen, die frühzeitig aufgegriffen werden, sind morgen die Suchbegriffe, für die deine Website ranken kann.

Die Präsentation zum Vortrag findet man unter: bit.ly/randsignal

2.) Strategisches Marketing und Webanalyse

Das nächste Thema war stand unter dem Motto „Auf die Plätze-fertig-los-Marketing vermeiden – sinnvolle Strategien für effektive Analysen“ von Jeff Sauer. Dieses Thema liegt mir immer sehr am Herzen, weil ich oft feststelle, dass irgendwelche Marketing-Kampagnen eingesetzt werden, ohne dass vorher Ziele festgelegt werden, was man eigentlich erreichen möchte. Es spricht überhaupt nichts dagegen auch mal etwas auszuprobieren, aber letztendlich kann ich nur dann messen, ob eine Kampagne erfolgreich war, wenn ich vorher ein Ziel definiert habe.

Jeff erläuterte in seinem Vortrag, dass viele Unternehmen sich zu sehr auf Taktiken konzentrieren und zu wenig auf Strategien. Strategien konzentrieren sich im Gegensatz zu Taktiken darauf, das Mögliche zu verstehen und Rahmenbedingungen zu schaffen mit Hilfe deren die Taktiken überhaupt funktionieren können. Es ist daher sinnvoll mit dem Ergebnis, d.h. dem Ziel zu beginnen. Was will ich erreichen innerhalb welchen Zeitraums (z.B. 5.000 neue Blogbesucher in 2015). Anschließend kann man festlegen, mit welchen Maßnahmen (Taktiken) man dieses Ziel erreichen möchte (z.B. mit Hilfe von Blogartikeln, Webinaren oder Facebook-Anzeigen). Wen benötige ich, um diese Maßnahmen umzusetzen und welche Tools? Google Analytics spielt dabei aufgrund seines Funktionsumfangs eine große Rolle, allerdings bei weitem nicht die einzige. Auch Landing Pages, E-Mail-Software oder SEO-Tools gehören zu den grundlegenden Werkzeugen. Allerdings sollte nicht alles, was Website-Betreiber cool finden, auch umgesetzt werden. Manche Dinge verärgern Nutzer auch, wie die leider immer häufig eingesetzten Pop-Up-Fenster, die einen zu einem Newsletter-Abonnement auffordern oder die Facebook-Fanpage ans Herz legen. Das kann eine positive User Experience sehr beeinträchtigen.

Fazit: Viele Wege führen nach Rom, in diesem Fall viele Tools führen ans Ziel, und es gilt die richtige Strategie für das eigene Geschäftsmodell herauszufinden. Die Webanalyse ist dabei die Grundlage für die Erfolgsmessung und kontinuierliche Optimierung.

Unter bit.ly/AnalyticsMunich finden Sie das E-book von Jeff Sauer „7 Keys to Strategic Web Analytics“.

3.) Content und SEO

In seinem Vortrag „Feines SEO“ beschrieb Karl Kratz, wie Websites durch Bereitstellung nützlicher Seiten statt reiner Sales-Seiten besser gefunden werden können. Hier gilt es sich am Bedarf und am Problem des Nutzers zu orientieren und entsprechend nicht auf Keywords zu setzen, die nur das Produkt beschreiben. Wer ein konkretes Problem hat oder bei wem ein bestimmtes Ereignis eingetreten ist, formuliert seine Suchanfrage oft ganz anders als vom Website-Betreiber gedacht. Was logisch klingt, wird in der Praxis aber immer noch viel zu wenig umgesetzt. Hier wird gerade auch im B2B viel zu stark auf Produktbeschreibungen und Keywords gesetzt, die die Features des Produkts oder der Dienstleistung beschreiben. Wem aber gerade der E-Mail-Server ausfällt, sucht wahrscheinlich eher nach der Bedeutung des Fehlercodes als nach „Exchange-Server“. Websites, die hier beispielsweise die Bedeutung des Fehlercodes und die Behebung anbieten, werden in einem solchen Fall eher gefunden. Der Nutzer kann sich somit zwar oft selbst helfen, wird aber bestimmt die Website bei zukünftigen Kaufentscheidungen auf dem Schirm haben, weil er den Anbieter als kompetent einschätzt.

Für bloggende Unternehmen – so Karl Kratz – heißt das aber nun nicht, dass sie ständig neue Blogartikel produzieren müssten, da sich die Themen dann oft verwässern, weil sie auf mehr Seiten verteilt werden. Daher solle man besser bereits bestehende Artikel immer wieder ergänzen. Auf diese Weise bleibt auch das Prinzip erhalten, dass man sich bei einer Seite auf ein Thema fokussieren sollte. Denn sonst wissen die Suchmaschinen nicht, welche Seite eigentlich in den Suchergebnissen präsentiert werden sollte. Die Aktualisierung eines Artikels ermöglicht auch das erneute Posten in den sozialen Medien und die Seite bekommt wieder neue Besucher.

Quick Tipp

In der Google Search Console unter „Suchanfragen“ kann man nachsehen, welche Seite für welches Keyword rankt. Wenn hier mehrere Seiten auftauchen, sollte man die Content-Strategie nochmals überdenken.

suchanfragen google webmaster tools

Auf der Website NBLOGS finden Sie eine Zusammenstellung von weiteren Artikeln über die SMX. Es lohnt sich, hier ein bisschen zu stöbern, denn leider konnte man bei 5 gleichzeitigen Session-Tracks nicht alle Vorträge besuchen.

 

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