Verschiedene Nutzergruppen in Google Analytics vergleichen

Die Segmente in Google Analytics bieten dir die Möglichkeit nur bestimmte Teilmengen der Daten anzusehen und auf diese Weise deine Zielgruppen und deren Verhalten besser zu verstehen.

1. Was versteht man unter Segmentierung?

Grundsätzlich bezeichnet man als (Markt)-Segmentierung „die Aufteilung des Gesamtmarktes und die Bearbeitung eines oder mehrerer Marktsegmente“ (wikipedia). Auch wenn du jetzt im ersten Augenblick glaubst, dass du nur eine einzige Zielgruppe hast oder zu wenig Besucher auf deiner Website, um sinnvoll segmentieren zu können, kann ich dir versichern, dass du in Google Analytics durchaus viele unterschiedliche Segmente finden und analysieren kannst.

Vermeide das Suchen nach der Nadel im Heuhaufen und segmentiere in Google Analytics!!!

In Google Analytics werden mit Hilfe der Segmente beispielsweise bestimmte Nutzergruppen entweder mit dem Gesamttraffic, der auf deine Website gelangt mit verschiedenen anderen Nutzergruppen verglichen. Du erfährst auf diese Weise welche Gruppe bessere Conversion-Raten aufweist oder welche Quellen, über die Besucher kamen, eine längere Sitzungsdauer oder niedrigere Absprungrate haben als andere.

2. Segmente auswählen

Du kannst bis zu vier gleichzeitig Segmente auswählen, indem du unter dem Berichtsnamen und dem Menü auf „Alle Sitzungen“ oder „+Segment hinzufügen“ klickst.

Es öffnet sich die Übersicht über alle zur Verfügung stehenden Segmente. Klicke auf eines der Segmente oder ziehe es mit der Maus in die gewünschte Position. Man kann mehrere Segmente per Drag and Drop umstellen und auch das Segment „Alle Sitzungen“ entfernen, wenn man nur bestimmte Segmente miteinander vergleichen möchte.

segmente in google analytics

Segmente, die du öfters nutzen möchtest, kannst du mit einem Stern markieren. Eine Aufstellung der markierten Segmente findest du dann links im Menü unter „Markierte“ wieder. Gehe einfach durch die unter „System“ aufgeführten Segmente und lasse dich inspirieren, welche Nutzergruppen du miteinander vergleichen möchtest, wenn du noch keine rechte Vorstellung hast.

Wenn du mit der Maus über ein Segment gehst, erscheinen übrigens die Segmentbedingungen.

3. Sinnvolle Vergleiche von Nutzergruppen

Sinnvolle Vergleiche sind am Anfang beispielsweise:

  • Neue Nutzer verglichen mit Wiederkehrenden Nutzern
  • Nutzer mit Conversions verglichen mit Nutzern ohne Conversions
  • Nutzer, die über diverse soziale Medien auf die Website kommen
  • Nutzer, die über den Blog auf die Website gekommen sind gegenüber Nutzern, die direkt auf die Website gelangten
  • Nutzer, die über bezahlte Kanäle kamen gegenüber Nutzern, die über unbezahlte Kanäle kamen.

Du wirst sicher mit der Zeit eigene Ideen entwickeln, welche Nutzergruppen für dich interessant sind und genauer untersucht werden sollten. Denn darum geht es ja: du möchtest Handlungsempfehlungen ableiten können.

4. Benutzerdefinierte Segmente erstellen

Die von Google Analytics unter „System“ zur Verfügung gestellten Segmente kann man nicht löschen, aber kopieren, um den eigenen Wünschen entsprechend anzupassen. Falls dann das geeignete Segment nicht dabei sein sollte, kannst du auch benutzerdefinierte Segmente anlegen. Gehe dazu auf „Neues Segment“ und vergib einen neuen Namen. Du kannst unter einer Vielzahl von Möglichkeiten auswählen, beispielsweise nach Besucherquellen, was besonders interessant ist, wenn du Kampagnen schaltest. Wenn du Kampagnen mit Parametern versehen hast (siehe auch Kampagnentagging mit dem URL-Builder), oder einen E-Mail-Provider verwenden, der das automatisch erledigt, dann werden deine Marketing-Kampagnen bereits aufgelistet, wenn du anfängst etwas in das Feld einzutippen. Du kannst auch eigene Bedingungen definieren, beispielsweise, dass du dir Nutzer anschauen möchtest, die über deinen Blog auf die Website kommen.

Auf der rechten Seite findest du übrigens die Zusammenfassung, wieviel % der Nutzer auf dieses Segment zutreffen. Das ist sehr praktisch, denn so siehst du gleich, ob dein Segment richtig eingegeben ist und ob es funktioniert (sprich: relevant ist).

Übrigens muss man auch bei den Segmenten das Rad nicht neu erfinden. Man kann auch vorgefertigte Segmente aus der  Solutions Gallery laden, die man neben dem roten Button „Neue Segmente“ findet.

Außerdem kannst du Segmente bearbeiten und ändern oder einfach kopieren, indem du auf den Pfeil klickst. Wenn du die Maus über ein Segment hältst, erscheinen die Segmentbedingungen, so dass du einfach feststellen kannst, was sich hinter dem Segment-Namen verbirgt. Vor allem die aus der Solutions Gallery geladenen Segmente können etwas komplex sein, weil reguläre Ausdrücke verwendet werden. In einem solchen Fall tut man sich leichter, wenn man ein Segment einfach kopiert und dann anpasst.

„Segmente freigeben“ bringt dich wieder in die Verwaltung, wo du das Segment unter „Assets teilen“ anderen zur Verfügung stellen kannst. Klicke dazu einfach das Segment an, klicke auf „Teilen“ und erzeuge einen Link der Vorlage, den du dann anderen zur Verfügung stellen kannst.

Eigene Segmente in Google Analytics erstellen

Ein Beispiel für ein einfaches Segment bei dem die Nutzer des Blogs getrennt von allen anderen Nutzern ausgewertet werden sollen.

5. Zielgruppen vergleichen

Im folgenden Screenshot wurden vier verschiedene Kanäle im Zielgruppen-Übersichtsbericht miteinander verglichen:

  • Organische Zugriffe (Zugriffe, die über die Suchmaschinen erfolgten)
  • Direkte Zugriffe (Zugriffe, bei denen deine Website direkt eingegeben wurde oder die Google Analytics nicht zuordnen konnte)
  • Soziale Medien (Facebook, Twitter, Google+, etc.)
  • Verweiszugriffe (andere Websites, die auf deine Website verlinkt haben)

 

Verschiedene Segmente in Google Analytics ausswerten

Alle vier Segmente haben unterschiedliche Farbmarkierungen im Zeitdiagramm. Übrigens bleibt diese Ansicht nun in allen Berichten erhalten, so dass man auch noch weitere Aspekte untersuchen kann.

Darunter findest du die Darstellung in Zahlen und die Anteile in Prozent. So kannst in den Berichten erste Analysen durchführen:

  • Welche Nutzergruppe bleibt am längsten auf der Website (in obigem Beispiel die Nutzer, die über die sozialen Medien kommen, da dort Blogartikel angekündigt werden, die dann auch zumindest überflogen werden)?
  • Welche Nutzergruppe bringt die meistens Conversions? Dies ist aus den Akquisitionsberichten ersichtlich. In diesem Fall (nicht im Screenshot zu sehen) waren es die Verweiszugriffe. Hier würde ich also nochmal genauer analysieren, welche Website mir am meisten Traffic gebracht haben.
  • Welche Nutzergruppe ist am treuesten und kehrt immer wieder zurück zur Website (oft punkten auch hier die sozialen Medien). Du merkst schon, dass sich die Aktivität in Facebook & Co durchaus auszahlt.

6. Segmente entfernen

Wie entfernt man das Segment oder die Segmente wieder, um auf die normale Ansicht zu kommen?

Klicke auf den Pfeil rechts oben auf der Schaltfäche des Segments und entferne das Segment. Entfernen bezieht sich nur auf die temporäre Darstellung des Berichts, nicht auf das tatsächliche Löschen eines Segments. Du kannst das Segment auch mit der Maus anfassen und von der Leiste wegschieben.

Man kann sich natürlich bei der Interpretation der Daten auch wirklich vertun. In obigem Beispiel würde ich, wenn v.a. Conversions mein Ziel sind, anschauen, welche Websites mir Traffic bringen und eventuell in Erwägung ziehen mit den Betreibern eine Kooperation zu vereinbaren, beispielsweise einen Gastartikel zu schreiben. Wenn das sogenannte „Engagement“ mein Ziel ist, also dass ich möchte, dass Leute meine Blogartikel lesen, dann wäre ich noch aktiver in den sozialen Medien und würde mir weitere Verbreitungsstrategien überlegen.

Fazit

Die Segmente helfen dir sicher weiter, wenn du einzelne Nutzergruppen analysieren möchtest, um deine Kampagnen oder Inhalte noch besser auszusteuern.

Update August 2019