Was sich durch das Redesign und Update bei Google+ geändert hat

Bei Google+ gab es im November 2015 ein großes Redesign und Update. Möglicherweise hast dunoch gar nicht viel davon mitbekommen, wenn du Google+ nicht sehr aktiv nutzt. Wenn du aber ein Google My Business Konto erstellt hast, damit dein lokales Unternehmen in Google Maps erscheint, solltest du unbedingt einige Dinge beachten.

Laut offiziellem Google Blog fährt Google mit dem Update eine konsequente „mobile-first“-Strategie, die sich auf die Communities mit gemeinsamen Interessen konzentriert sowie die Sammlungen, wo Informationen  zu einem bestimmten Thema zusammengestellt werden können. Die Fokussierung auf die Interessen macht aus Google+ stärker als zuvor ein Special-Interest-Netzwerk. Google hat G+ übrigens nie als soziales Netzwerk positioniert, von daher ist der Vergleich mit Facebook auch müßig. Für Google My Business gibt es übrigens auch eine eigene von G+ getrennte App.

Google+ galt immer schon eher als Techie- und Nerd-Plattform, hat aber trotzdem auch andere Nutzergruppen ansprechen können. Bei den offiziellen Nutzerzahlen dürften eine nicht unerhebliche Prozentzahl an Fake-Accounts dabei sein. Das liegt auch daran, dass man bei der Anmeldung zu einem der Google-Produkte ein Google-Konto erstellt und man somit automatisch ein Google+-Profil erhält (auch wenn man das dann nicht pflegt, kein Foto hochlädt etc.).  Ich habe Google+ immer ganz gerne genutzt, fand es übersichtlich und einige Features waren besser gelöst als in Facebook, z.B. die Einteilung in Kategorien bei den Communities, die in den Facebook-Gruppen (noch) nicht möglich ist.

Im Zuge der „mobile-first“-Strategie hat Google beim Redesign v.a. darauf geachtet, die aufgeblasene App zu reduzieren (von 22 MB auf nur 337 kb) und die Ladezeiten enorm zu verbessern. Die Oberfläche wurde vereinfacht und macht einen aufgeräumten Eindruck. Aber es gibt noch weitere Änderungen, die du vielleicht noch nicht kennst.

Beim ersten Anmelden wird das neue Google+ vorgestellt. Links unten kannst wieder zur alten Ansicht zurückkehren, aber wer weiß, wie lange es diese Funktion noch geben wird.

Google Plus Sammlungen und Rückkehr zum alten Google Plus

Firmen- oder Privatprofil? Oder doch ein Google local-Profil?

Eine Sache war und ist ziemlich verwirrend für viele Nutzer, nämlich die richtige Nutzung der Google+-Firmenprofile, Profile für lokale Unternehmen (Google+ local) und Privatprofile. Für viele Unternehmen war überhaupt nicht ersichtlich, dass oft sogar schon ein lokales Google Account angelegt worden war, dessen Basisinformationen Google aus Branchenbüchern wie den Gelben Seiten bezieht. Dieses muss man sozusagen erst „claimen“, d.h. sich für die Verwaltung freischalten lassen. Oft genug wurden aber neue Profile angelegt. So kann Google in den Suchergebnissen aber gar nicht wissen, welches Unternehmen in den Google Maps dargestellt werden soll.

Außerdem ist vielen Leuten der Unterschied zwischen Firmenprofil und lokalem Profil nicht klar. Oft wurden auch YouTube-Konten mit dem falschen Google+-Account verbunden. Letztendlich weiß keiner im Unternehmen mehr so richtig, wer welches Account angelegt hatte und welches es eigentlich zu pflegen galt. Dass es eine Zeitlang Pflicht war bei Google+ Mitglied zu sein, um YouTube zu nutzen, sorgte für viel Empörung und wurde wieder aufgehoben.

Für die lokale Suchmaschinenoptimierung (local SEO) gilt schon seit langem die Empfehlung ein lokales Google+-Account/Google My Business anzulegen. In diesem Profil ist es möglich Bewertungen zu sammeln, Öffnungszeiten anzugeben, Videos hochzuladen und natürlich wie beim Firmen/Privatprofil auch Beiträge zu posten. Ehrlich gesagt, habe ich bisher aber nur sehr wenige Google MyBusiness-Profile gesehen, die auch wirklich gepflegt waren (inklusive meines eigenen ;)), obwohl seit einer Zeit diese Accounts mit Google Maps verbunden sind und es sicher gut ist, wenn lokale Unternehmen wie Restaurants das Profil beispielsweise mit Fotos füllen, die dann auch in Google Maps angezeigt werden.

Was hat sich geändert bei Google+?

1. Die Google Hangouts und Google Photos

Bereits seit Mitte 2015 sind die Google Hangouts nicht mehr innerhalb des Google+ Kontos zu finden, sondern haben eine eigene Google Hangout Website. Auch die Fotos wurden auf eine eigene Google Photos Website ausgelagert. Man gelangt zwar über die Produktliste zu den Fotos (und wenn man auf „mehr“ klickt auch zu den Hangouts), aber sie sind eben nicht mehr Teil von Google+. Hier finden sich alle Alben, die man angelegt hatte und die man vielleicht nicht wiedergefunden hat.

Google Services

 

2. Die neue About-me-Seite und der Privatsphärecheck

Um die Einstellungen des Profils zu ändern, ruft man im linken Menü „Profil“ auf und geht auf „Profil bearbeiten“ am rechten unteren Rand des Profilbildes. Oder du klickst rechts oben auf dein Foto und danach auf „Google+ Profil“. Soweit so logisch. Allerdings kann man hier nur seine Sichtbarkeitseinstellungen ändern. Wer z.B. einen Blog hinzufügen möchte oder andere Informationen ändern möchte, muss erst darauf kommen, dass man auf das winzige „i“ klicken muss, um dann zur eigenen About-me Seite zu kommen.

Hier kann man nun die Einstellungen auch für die anderen Google-Services ändern und es mag dich überraschen, das Google diese Daten überhaupt gesammelt hat. Google sagt, diese Informationen würde man bei der Anmeldung selbst liefern. Auf dieser neuen About me Seite kann man nun kontrollieren, was andere über einen selbst sehen können und zwar über alle Google-Services hinweg.

Es ist also definitiv Zeit diese Sichtbarkeitseinstellungen zu überprüfen, also welche Information, Google und alle anderen über dich erfahren können, beispielsweise dein Geburtsdatum oder deine Telefonnummer. In diesem Privatsphärecheck habe ich einige Einstellungen gefunden, die es so vorher nicht gab und die ich auch nicht so hätte haben wollen. Über diesen Check kommt man übrigens auch zu den Werbeanzeigen-Einstellungen, in denen du festlegen kannst, welche Werbung dir gezeigt werden soll.

Zu deinen persönlichen Daten und dem Privatsphärecheck kommst du auch über dein Google-Konto (oben rechts – mein Konto). Das Google-Konto ist das übergeordnete Google-Profil mit den gleichen Zugangsdaten zu allen anderen Google Produkten. Es ist nämlich umständlich sich z.B. zu Google Analytics mit anderen Zugangsdaten einzuloggen als zu Google+. Wenn du in einem Konto eingeloggt bist, lässt sich das andere nämlich nur mit einem anderen Browser öffnen.

3. Das Impressum im Google+-Profil

Durch das neue Design hat sich auch die Darstellung des Impressums geändert und genügt nicht mehr den gesetzlichen Ansprüchen an ein einfach erkennbares Impressum. Mehr Informationen dazu findest du unter http://rechtsanwalt-schwenke.de/bitte-google-plus-profile-aktualisieren-designupdate-laesst-das-impressum-verschwinden/

Unter „Profil bearbeiten“ kann man den Link zum Impressum eingeben, der dann im Profilbild erscheint, aber nicht anklickbar ist. Klickt man auf das „i“ daneben, kann man auf der About-me-Seite noch einen klickbaren Link erstellen.

Das Impressum muss aktualisiert werden

4. Das neue Design für Google MyBusiness

Google ist der Meinung, dass Google+ nicht der richtige Ort ist, um Unternehmensdaten anzuzeigen. Google hat in den letzten Jahren massiv in Google Maps investiert und die Google+ local/Google Places/Google MyBusiness-Konten damit verbunden, wo sie auch tatsächlich besser aufgehoben sind. Von daher war eine Abkoppelung der lokalen Firmenprofile sicher ein logischer Schritt.
Leider hat es Google nicht geschafft einigermaßen transparent zu kommunizieren und Firmen zu unterstützen, die richtigen Profile aufzusetzen und doppelte Einträge zu vermeiden. Ich habe im Laufe der letzten Jahre vielen kleineren lokal ansässigen Firmen dabei geholfen das Chaos mit den Firmen/local/Privat-Profilen zu lichten und es war oft nicht einfach, doppelte Einträge loszuwerden oder angebundene Privatprofile aufzuspüren. Oft waren einige Supportmails an Google und Telefonate mit Google Mitarbeitern erforderlich.

4.1. Das Google My Business Profil bearbeiten

So wechselst du zwischen dem Privat- und dem My Business Profil hin und her:

Wenn du oben rechts auf dein Foto klickst und deine Seite auswählst, nutzt du Google+ als Seite und postest auch als solche. Neu ist, dass du – um das neue Google MyBusiness Profil bearbeiten zu können – den My Business Button anklicken musst. Alternativ kannst du direkt über die Website business.google.com gehen. Danach wird deine Google My Business Seite aufgerufen, die du dann bearbeiten kannst.

4.2. Was beim Google+ Local Profil wegfällt

Im alten Google MyBusiness Profil wurden die Bewertungen angezeigt, die Kategorien, Google Maps, Öffnungszeiten, Fotos und Videos. In der neuen Version hat sich Google auf die mobile einfache Nutzung konzentriert. Das ist prima, aber nun gibt es praktisch keine Unternehmensinformationen mehr. Beim Klick auf das bereits erwähnte und leicht zu übersehende „i“ erhält man nur einige Basisinformationen.

Was schon immer ziemlich merkwürdig war in der alten Version, war die Verknüpfung von Unternehmensdaten mit den Funktionen eines soziales Netzwerks, nämlich Beiträge zu teilen. Die meisten lokalen Unternehmen nutzen diese Funktion praktisch nicht und haben dann eher ein zusätzliches Firmenprofil.

4.3. Was bedeutet das für lokale Unternehmen und local SEO?

Seit dem Redesign von Google+ muss man sich fragen, ob es sich überhaupt noch lohnt als lokal ansässiges Unternehmen hier aktiv zu sein. Ärgerlich ist auch, dass es praktisch keine Vorankündigung über irgendwelche Änderungen gab. Bereits ab September 2015 wurden bei der lokalen Suche im Suchergebnis nur noch drei Unternehmen angezeigt, was natürlich vor allem für diejenigen frustrierend war, die auf den Plätzen 4 bis 8 lagen. Eine weitere ärgerliche Sache war, dass die Links, die in Google Maps bisher auf das MyBusiness-Profil führten, entfernt worden sind sowie weitere Unternehmensdaten.

Das lokale Profil in Google+ haben die meisten Nutzer zwar nicht aufgerufen, weil sie die Informationen auch in den Suchergebnissen gefunden haben. Der einzige Grund ist aber weiterhin, dass lokale Unternehmensdaten und die Bewertungen immer noch in den Google Suchergebnissen sowie in Google Maps angezeigt werden. Von daher lohnt sich die Pflege des Google Local Profils immer noch. Du kannst es mit deinem Google MyBusiness Dashboard aktualisieren und solltest, vor allem wie oben erwähnt die Angabe des Impressums anpassen.

Der Algorithmus für die lokalen Suchergebnisse ist übrigens ein anderer als für die normalen Suchergebnisse. Wenn du in den lokalen Suchergebnissen gute Chancen haben möchtest, gefunden zu werden, kommst du um ein Google My Business Konto nicht herum. Für das Ranking deiner Website in den normalen Suchergebnissen hilft das aber nur indirekt.

Bewertungen in Google Maps

Fazit

Vor allem für lokale Unternehmen, die schon viele Bewertungen sammeln konnten, ist es ärgerlich, dass diese beim neuen Design nun wegfallen, wenn das Profil direkt in Google+ aufgerufen wird. In Google Maps kann ich mir momentan vorstellen, dass sie erhalten bleiben und das ist letztendlich auch der Ort, wo lokale Unternehmen am ehesten aufgerufen werden, vor allem in der mobilen Version.

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