Zehn Tipps für erfolgreiches Facebook-Marketing

Wenn du ein Unternehmensprofil bei Facebook hat, auch Fanpage genannt, kannst du ein Lied davon singen:

Du hast genau recherchiert, wer die Zielgruppe ist und deine Beiträge darauf abgestimmt sind und du bietest deinen Fans interessante und nützliche Informationen –  trotzdem wollen die Fanzahlen nicht steigen. Und die bestehenden Fans reagieren und interagieren nicht mit deinen Beiträgen?

Wenig Reichweite für Facebook Fanpages

Dieses Problem höre ich von Kunden in der letzten Zeit häufiger. Was viele nicht wissen, ist folgendes:
Nicht jeder Fan einer Unternehmensseite bei Facebook sieht alle Postings. Denn vor allem seit einem Update Mitte 2016 verstärkt der Facebook Algorithmus vor allem die Beiträge der Freunde. Fanpages haben es teilweise ziemlich schwer überhaupt eine nennenswerte Reichweite zu erhalten. Außerdem schränkt Facebook die Sichtbarkeit von Fanpages ein, die stark werblich agieren, d.h. fast ausschließlich Beiträge über ihre Produkte erstellen. Hier muss also abwechslungsreicher gepostet werden. Beispielsweise können auch mal Beiträgen von anderen Fanpages geteilt werden, die für die eigene Zielgruppe interessant sein könnten, auf Veranstaltungen hingewiesen werden oder vielleicht auch mal ein Blick hinter die Kulissen gewährt werden.

Facebook-Anzeigen für mehr Reichweite

„Wer nicht wirbt, stirbt“, sagte schon Henry Ford. Das ist bei Facebook nicht anders. Wer sich jetzt beschweren möchte, dass die Sichtbarkeit der Beiträge der eigenen Fanpage auf Facebook eingeschränkt werden und Facebook ihn so dazu bringen möchte, dass er Werbung schaltet, der hat vermutlich Recht. ABER: Facebook hat ein unglaublich reichweitenstarkes Medium geschaffen, dass viele nicht nur privat in Kontakt mit Freunden bleiben lässt, sondern, dassauch beruflich genutzt wird. So kann es als Nachrichten- und Informationspool dienen oder vor allem auch für die Unternehmensdarstellung eingesetzt werden. Und das kostenlos!

Und im Gegensatz zu vielen anderen Werbeformen ist Facebook Werbung sehr günstig. Oder wann hast du das letzte Mal eine Anzeige in einem Wochenblatt oder Spezialmagazin geschaltet? Preise von 5000 Euro pro Monat sind da noch moderat. Ein weiterer Vorteil ist die sehr zielgruppengenaue Ansprache. Dadurch, dass Facebook fleißig unsere Daten sammelt und weiß, was wir mögen und was uns anspricht, sind die Anzeigen sehr genau aussteuerbar.

Mehr Informationen über Anzeigenstrategien vom Facebook-Event „Facebook Pro. Dein Unternehmen. Deine Zukunft“.

Damit du erfolgreichere Anzeigen schalten kannst, habe ich zehn Tipps zusammengestellt, die dir dabei helfen sollen, bessere Anzeigenkampagnen bei Facebook zu erstellen.

Ein kleiner Exkurs: Aufbau der Werbekampagnen bei Facebook

Bei Facebook gibt es für die Anzeigenschaltung drei Ebenen. Die oberste Ebene ist die Kampagne, mit der du das Ziel der Anzeige festlegst, also was du mit der Anzeige erreichen möchtest. In einer Werbekampagne können sich mehrere Werbeanzeigengruppen befinden, die jeweils die verschiedenen Zielgruppen, die Platzierung (wo die Anzeigen erscheinen sollen), das Budget und den Zeitplan festlegen.
Die unterste Ebene sind die Anzeigen in einer Werbeanzeigengruppe. Hier sehe ich meistens in den Anzeigenkonten, dass Nutzer nur eine einzige Anzeige schalten. Ob aus Bequemlichkeit oder aus Unwissenheit, kann ich nicht sagen.

1.) Wähle das richtige Kampagnenziel

 

Marketingziele bei Facebook-Anzeigen

 

Mit den Facebook Kampagnen können diverse Ziele erreicht werden, z.B. die Anzahl der Fans auf deiner Fanpage steigern oder die eigenen Beiträge bewerben. Letzteres macht natürlich Sinn, da nie alle Fans die Beiträge sehen. Außerdem kannst du die Fans auf deine Website oder deinen Shop leiten oder dein Video bewerben. Gerade am Anfang, wenn die Fanpage noch nicht so viele Fans hat, ist es sicher sinnvoll erst einmal dafür zu sorgen, dass die Anzahl der Fans steigt. Aber es müssen die richtigen Fans sein, die auch an deiner Fanseite interessiert sind. Dazu musst du natürlich auch einen Mehrwert auf deiner Seite bieten, beispielsweise nützliche Informationen. Wenn du Anzeigen auf eine Fanpage leitest, die wenig Anreiz zum Liken bietet, ist es wenig sinnvoll überhaupt Anzeigen zu schalten.

Viele Fanpage-Betreiber möchten Anzeigen schalten, um etwas zu verkaufen. Das funktioniert meist gar nicht gut. Denn Nutzer sind zur Unterhaltung auf Facebook und nicht unbedingt, um etwas zu kaufen. Besser ist es mit guten zielgruppenrelevanten Inhalten auf der Fanpage zu punkten und dann vielleicht etwas Kostenloses zur Verfügung zu stellen oder ein Gewinnspiel zu machen. Facebook ist eben nicht unbedingt ein Verkaufskanal, sondern eher zur Interaktion und Kundenbindung geeeignet.

2.) Verwende bessere und mehrere Anzeigenbilder

Bei der Wahl der Anzeigenbilder kannst du entweder bereits auf deiner Fanpage verwendete Bilder auswählen oder neue hochladen. Ich empfehle in jedem Fall bei den Anzeigen genau darauf zu achten, welche Größe die Bilder für die Anzeigen haben, da sie sonst nicht optimal dargestellt werden. Außerdem ist es am besten, wenn kein Text die Bilder überlagert.
Du wirst ausprobieren müssen, welche Bilder am besten für dein Zielpublikum funktionieren, aber oft funktionieren kontrastreiche Bilder mit nicht zu vielen Details recht gut.

Man kann auch Bilder der kostenlosen Shutterstock-Galerie verwenden. Aber diese sogenannten Stockfotos wurden vielleicht schon von vielen anderen Unternehmen verwendet. Am besten ist es immer, wenn du eigenes Bildmaterial verwendest. In einer Werbeanzeigegruppe kannst du mehrere Anzeigenbilder schalten, um so herauszufinden, welches Bild am besten bei deiner Zielgruppe punktet.

3.) Der Anzeigentext – was ist der Mehrwert?

Beim Anzeigentext kannst du eine Überschrift und einen kurzen Beschreibungstext wählen sowie eine Handlungsaufforderungen bestimmen (wie z.B. „Jetzt registrieren“ oder „mehr erfahren“). Hier solltest du dir wirklich Zeit nehmen und überlegen, was du den Nutzern anbieten kannst. Warum sollten sie auf die Anzeige klicken, was kann ihr Interesse wecken? Was ist der Mehrwert, den du bietest? Warum sollten Nutzer deine Fanpage liken, deine Website besuchen oder deine Veranstaltung buchen? Hier sehe ich leider oft noch wirklich starken Verbesserungsbedarf.

4.) Bestimme, wo die Anzeigen gezeigt werden sollen

Wenn du die empfohlene Automatische Platzierung wählst, werden deine Anzeigen auf mobilen Geräten gezeigt, auf Instagram, dem Audience Network (ein mobiles Werbenetzwerk außerhalb von Facebook), am Desktop PC im Newsfeed und in der rechten Spalte. Das Audience Network ist nur zu empfehlen, wenn du eine große Reichweite erzielen möchtest, also bei Branding-Kampagnen. Ansonsten ist die Reichweite bei Desktop-Anzeigen meistens geringer, aber je nachdem, was du anbietest und je nach Zielgruppe, kann auch die Platzierung der Anzeige in der rechten Spalte von Facebook trotzdem sinnvoll sein.

5.) Wähle die richtige Zielgruppe

Die richtige Zielgruppe ist das A und O einer jedem Kampagne. Die verschiedenen demografischen Daten wie Wohnort, Alter und Geschlecht sind bei der Anzeigenerstellung sehr genau wählbar. Allerdings solltest du Anzeigen in verschiedenen Anzeigengruppen nach diversen Ländern, Altersgruppen oder Interessenten schalten. Vermeide eine Anzeigengruppe wie diese hier:

Facebook-Targeting Länder

Unterschiedliche Anzeigenformate funktionieren in den diversen Ländern unterschiedlich und deshalb solltest du in jedem Fall pro Land einzelne Werbeanzeigengruppen erstellen. Eine Unterteilung bei den Interessen kann ebenfalls sinnvoll sein, weil du dann besser messen kannst, welche Anzeigen am besten funktionieren.

6.) Finde die richtigen Interessen und Verhaltensweisen

Facebook bietet sehr viele Möglichkeiten bei den Interessen und demografischen Angaben. Der Nachteil ist allerdings, dass man in Versuchung gerät, alle möglichen Interessen anzugeben nach dem Motto „viel hilft viel“. Versuche nicht, alle möglichen Interessen und Merkmale in eine Anzeige zu packen. Die Zielgruppe sollte nicht zu groß sein. Seit neuestem kann man übrigens auch unterschiedliche Zielgruppen verwenden, um mehrere Werbeanzeigengruppen gleichzeitig zu erstellen.

Du kannst auch Personen ausschließen oder deine Zielgruppe eingrenzen und damit die Zielgruppe noch genauer justieren. Weitere Targeting-Optionen sind das Verhalten und die Verbindungen. Bei den ersteren können Personen anhand ihres Kaufverhaltens ausgewählt werden oder danach welches Gerät sie verwenden. Bei den Verbindungen wählst du beispielsweise aus, ob du Fans und ihre Freunde einschließen oder Fans ausschließen möchtest.

Je genauer die Zielgruppe passt, umso erfolgreicher wird die Kampagne laufen. Einen umfangreichen Artikel darüber, wie du die Zielgruppenstatistiken verwendest, findest du hier:
http://www.adsventure.de/facebook-audience-insights/

Zielgruppenstatistiken in Facebook

 

7.) Lege das Budget und zusätzlich ein Gebot fest

Beim Budget kannst du genau festlegen, wieviel du bereit bist für die Kampagne auszugeben und wie lange sie laufen soll. Je nachdem wieviel du bereit bist auszugeben, steigt die Reichweite. Facebook zeigt dir rechts die geschätzte Reichweite an. Meistens ist es sinnvoll ein Gebot abzugeben, d.h. wie viel dir ein Klick auf deine Anzeige wert ist. Facebook macht dir einen Vorschlag, aber du solltest das Gebot nicht zu niedrig wählen.

Viele Fanpage-Betreiber setzen hier ein für sie annehmbares Budget fest und stoppen die Kampagne nach ein, zwei Tagen wieder, weil sie nicht sofort einen Erfolg bei den Anzeigen sehen. Der Facebook-Algorithmus braucht aber wenigstens ein paar Tage, deshalb solltest du die Kampagnen nicht zu früh abschalten. Außerdem hast du ja sehr gut über die Zielgruppen nachgedacht, dann sollten die Anzeigen auch einigermaßen erfolgreich sein ;).

Je nach Kampagnenziel übernimmt Facebook die Optimierung für die Auslieferung der Anzeigen, d.h. wenn du auf deine Website leiten möchtest, dann zeigt Facebook die Anzeigen v.a. Leuten, die tendenziell eher bereit sind auf Anzeigen dieser Art zu klicken.

8.)  Nutze das Facebook Pixel und sprich die Besucher deiner Website an (Retargeting/Remarketing)

Wenn du mit den Anzeigen auf deine Website bzw. deinen Shop leiten möchtest und die Nutzer etwas bei dir kaufen sollen, solltest du das Facebook Pixel auf der sogenannnten Check-out Seite implementieren (z.B. meine-seite.de/vielen-dank-fuer-die-bestellung/). Damit kann die „Conversion“, also die Zielerreichung, nämlich der Kauf, direkt den Facebook-Anzeigen zugeordnet werden.

Außerdem können mit diesem Pixel Besucher deiner Website nochmals angesprochen werden. Beachte allerdings, dass du dann deine Datenschutzerklärung auf der Website anpassen musst.

Im Artikel über das Facebook Retargeting erfährst du wie du das Facebook Pixel implementierst und eine sogenannte Website Custom Audience anlegst, um eine Liste von Besuchern anzulegen, für die du dann Anzeigen erstellst.

9.) Teste verschiedene Anzeigenformate, werte die Kampagnen aus und optimiere

Es ist immer gut, nicht nur verschiedene Bilder, Texte und Zielgruppen zu testen, sondern vor allem auch diverse Anzeigenformate. Es gibt immer wieder neue Arten von Anzeigen, die vielleicht für dein Unternehmen interessant sein könnten.

Schau dir auch wirklich die Berichte an und probiere verschiedene Spalten aus und überprüfe die Ergebnisse. Diese können auch nach diversen Kriterien getrennt ausgewertet werden.
Der Standardbericht mit den vorgegebenen Spalten zu den Ergebnissen und den Kosten ist nur ein erster Einblick. Es ist wichtig unterschiedliche andere Messwerte anzusehen, um die Leistung der Anzeige zu beurteilen, vor allem dann wenn es darum geht, die Anzeigen zu optimieren.

Achte bei er Auswertung auch auf den Relevanzfaktor. Dieser Faktor von 1 (niedrigste Relevanz) bis 10 (höchste Relevanz) zeigt dir wie passend Facebook deine Anzeige für deine ausgewählte Zielgruppe hält. Davon hängt letztendlich ab, wie oft deine Anzeige gezeigt wird und wie hoch der Preis ist.

Facebook Relevanz-Faktor

Bei den Spalten lassen sich eine Vielzahl von unterschiedlichen Messwerten dazuschalten und nach diversen Kategorien aufschlüssen, z.B. eine Aufschlüsselung nach Gerät:

10) Verwende keine „Boost“-Anzeigen

Vermeide in jedem Fall die Funktion „Seite bewerben“ und „Beitrag bewerben“ auf der Fanpage. Diese Funktion sieht verführerisch aus, aber du hast dann viel weniger Einstellmöglichkeiten als im Werbeanzeigenmanager oder im Power Editor. Außerdem sind die Anzeigen tendenziell teurer.

Übrigens ändert Facebook ständig etwas, nicht nur für die Privat- oder Unternehmensprofile, sondern vor allem auch im Anzeigenbereich. Es gibt immer wieder neue Formate, die vielleicht für dich interessant sein könnten. Probiere diese aus, ob sie für dich funktionieren könnten.

Fazit

Facebook bietet dir umfassende Targeting-Möglichkeiten für deine Werbekampagnen. Aber mal eben auf die Schnelle ein paar Anzeigen schalten, weil du ein bestimmtes Ziel erreichen möchtest, wird wahrscheinlich nicht funktionieren. Mache dir vorab wirklich Gedanken über die Zielgruppen, den Text und die Bilder. Bearbeite die Bilder, so dass sie die richtige Größe haben. Es wäre schade, wenn du diese interessante Werbeform nicht nutzen würdest.

Und immer testen, testen, testen ;).

 

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