Landingpages erstellen, die funktionieren!

Für jeden, der sich mit Online-Marketing beschäftigt, ist es völlig klar, was eine Landingpage ist. Wirklich? Danach sieht es bei näherer Prüfung nicht aus. Wenn man bei Google einen Suchbegriff eingibt und auf eine der Anzeigen klickt, kommt man oft eben nicht auf eine Landingpage im klassischen Sinne.

Was genau sind Landingpages?

Als klassische Landingpage (Einstiegsseite) bezeichnet man grundsätzlich den ersten Kontaktpunkt eines Besuchers mit einer Website. Diese Seite wird hauptsächlich über Werbemaßnahmen erreicht, sei es über eine Google AdWords-Anzeige, über Banner-Werbung oder einen Beitrag in den sozialen Netzwerken. Auch Webinare sind ein populäres Mittel geworden, bei denen am Schluss der Veranstaltung auf die Landingpage verwiesen wird und eine unkomplizierte Anmeldung z.B. zu einem Kurs möglich ist.

Die Landingpage ist also konkret auf das ausgerichtet, was der Nutzer gesucht und erwartet hat. Alle wichtigen Informationen stehen ihm zur Verfügung. Das Layout sowie der Text sind so angepasst, dass eine schnelle Übersicht möglich und eine einzige Aktion getätigt werden kann. Diese Aktion (im Fachjargon eine „Conversion“) kann beispielsweise ein Kauf sein, ein Download, eine Newsletter-Anmeldung oder eine Seminaranmeldung.

Letztendlich ist jede Seite deiner Website aber eine Landinpage, d.h. eine Einstiegsseite in deine Website. Bei Google Analytics heißen diese Seiten „Zielseiten“ und zeigen Dir an welche Seiten am häufigsten der erste Kontaktpunkt mit deiner Website waren und woher diese Besucher kamen (siehe Pfeil).

SEO für Einstiegsseiten

Deshalb solltest du auf jeder Seite deiner Website darauf achten, dass es Nutzer möglichst leicht fällt, sich zurecht zu finden und weitere Seiten anzusteuern. Um diese „normalen“ Seiten der Website geht es aber hier nicht, sondern um werbliche Landingpages.

Manche Fachleute nennen eine solche Seite auch squeeze page, denn sie quetscht sich sozusagen zwischen die Seiten einer Website ohne wirklich an sie angebunden zu sein. Damit der Nutzer nicht abgelenkt wird, wird auf die Navigation verzichtet und das Layout meistens aufmerksamkeitswirksam auf die gewünschte Aktion gelenkt. Ein Beispiel siehst du hier:

 

Beispiel Landingpage

T3N hat eine umfangreiche Liste von Landingpage-Beispielen erstellt.

Kann die Startseite der Website als Landingpage verwendet werden?

Wie in der Einleitung beschrieben, sind die Startseite (oder auch Unterseiten deiner Website) im engeren Sinne keine Landingpages, sondern Ziel- bzw. Einstiegsseiten deiner Website. Es ist aber verständlich, dass aus Zeit- und Budgetgründen gerade Selbstständige und kleinere Firmen für die Werbung z.B. in Google AdWords einfach ihre Startseite angeben. Das ist aus folgenden Gründen gerechtfertigt, wenn

  • die Website sehr klein ist und der Anbieter lokal tätig ist
  • das Angebot überschaubar ist und auf der Startseite bereits das beworbene Produkt bzw. die Dienstleistung erkennbar ist
  • die Werbung als Ziel die Steigerung des Bekanntheitsgrads hat
  • keine konkrete Conversion erwartet wird, wie ein Kauf, Download, Anmeldung etc.
  • Besucher auf die Website kommen sollen. Gerade bei kleinen lokalen Anbietern bringt Google AdWords-Werbung Traffic auf die Website, der allein durch Suchmaschinenoptimierung nicht zu erreichen wäre.

Wann sollte man klassische Landingpages einsetzen?

Für werbliche Zwecke ist es grundsätzlich besser genau abgestimmte Landingpages zu erstellen, d.h. sobald es ein konkretes Ziel gibt, das es zu erreichen gilt. Stelle dir vor, du suchst ein bestimmtes Produkt, klickst auf eine Anzeige, kommst dann auf die Startseite einer Website und weißt auf die Schnelle gar nicht, wie es nun weitergeht. Das wäre doch wenig sinnvoll.

Gelangst du hingegen auf eine Landingpage, die genau auf den Suchbegriff abgestimmt ist und auf der du sofort etwas kaufen, dich anmelden oder etwas downloaden kannst, dann sieht die Sache schon ganz anders aus.

Erstelle also unbedingt eine Landingpage, wenn

  • genau EIN  Ziel erreicht werden soll (mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen zu wollen, ist oft ein „Conversion-Killer“)
  • dein Angebot einfach und klar ist (Beispiel: eine Anmeldung zu einem Webinar oder ein Kauf)
  • die Landingpage auf das Werbemittel abgestimmt ist
  • das Formular auf der Landingpage ganz kurz gehalten werden kann und keine weiteren Informationen vom Nutzer nötig sind.

Wie sollten Landingpages aussehen?

Natürlich wäre es ideal, wenn alle wichtigen Informationen gleich im oberen Bereich der Seite zu finden sind. Mit den heutigen modernen Designs, die große Bilder und viel Weißraum einsetzen, ist das allerdings gar nicht so einfach – und oft auch nicht nötig. Wer es schafft, Spannung aufzubauen und den Nutzer dazu animiert, weiterzuscrollen, wird auch eine Conversion erreichen können. Letztendlich wird man testen müssen, was für das eigene Angebot gut funktioniert.

Landingpages funktionieren meist als One-page Websites. Bei solchen Seiten wird das Produkt ausführlicher dargestellt, die Vorteile aufgelistet, Testimonials verwendet, Garantien/Rückgabemöglichkeiten erwähnt und das Formular teilweise mehrmals eingeblendet. Diese Art von Landingpages eignen sich z.B. für den Verkauf von Produkte bzw. Angeboten, die etwas erklärungsbedürftiger sind.

Ein Beispiel dafür ist meine eigene Landing-Page für den Google Analytics Powerkurs. Dies ist ein Produkt, bei dem natürlich erst mal erklärt werden muss, worum es geht, wie es dir helfen kann, wie der Kurs aufgebaut ist und vieles mehr. Also wirst du hier auch erst scrollen müssen, bevor du dich entscheidest. Das ist aber für diese Art von Landingpages auch ganz in Ordnung.

Für andere Produkte, z.B. der Download eines E-Books kann die Landingpage natürlich auch ganz kurz gehalten werden. Es kommt eben immer darauf an ;). Wichtig ist, dass die Botschaft vermittelt wird und Nutzer angeregt werden, das Formular auszufüllen und somit Conversions erzielt werden.

Grundsätzlich gilt: Weniger ist mehr! Also keine zusätzliche Navigation (außer Impressum/Datenschutzerklärung), keine weiterführenden Links, keine Ablenkung in Form von störenden Elementen.

Außerdem: Immer testen! Es gibt kein richtig oder falsch, aber das Bauchgefühl täuscht oft und schließlich muss „der Köder muss dem Fisch schmecken“.

Grundsätzlich sollten Landingpages

  • genau zum verwendeten Werbemittel passen (was erwartet der Nutzer, wenn er auf die Anzeige klickt? Wird seine Erwartung erfüllt?)
  • ein möglichst kurzes Formular aufweisen
  • eine Handlungsaufforderung (Call-to-Action) enthalten, die möglichst im oberen Bereich der Seite platziert ist
  • den Nutzen in den Vordergrund stellen, nicht die Features
  • getestet werden, denn du wirst mit jedem Test mehr darüber erfahren, wie deine Zielgruppe tickt.

Leider habe ich oft die Erfahrung bei meinen Google AdWords-Kursen machen müssen, dass die Anzeigen unterdurchschnittlich performen, wenn die Landingpages nicht wirklich richtig gut sind. Das Design spielt eine große Rolle, von daher ist es empfehlenswert Landingpage-Anbieter  wie Unbounce oder Leadpages zu nutzen. Diese bieten eine riesige Auswahl von Landingpage-Vorlagen, die vielfach getestet wurden, zumindest auf dem amerikanischen Markt ;). Natürlich sind diese nicht gerade billig und es ist sicher zu abzuwägen, ob man nicht lieber einen Designer einsetzt, der einem ein paar Vorlagen erstellt.

Landingpages für SEO optimieren, geht das?

Die Frage kann man pauschal kaum beantworten, denn Landingpages haben wie oben erwähnt eine andere Funktion. Sie bringen Traffic über Werbemittel und nicht über die Suchmaschinen, zumindest ist das nicht das Ziel einer Landingpage. Leider gibt hinsichtlich der Suchmaschinenoptimierung für Landingpages, die auf Conversions optimiert sind, ein Problem:

Die Suchmaschinen möchten bei Eingabe eines Suchbegriffs die Seite in den Suchergebnissen anzeigen, die die größte Relevanz hat. Google z.B. legt seit seinem „Panda“ genannten Update großen Wert auf längere Texte, die ein Thema von allen Seiten beleuchten und so für den Nutzer einen Mehrwert darstellen. Eine Landingpage hingegen verfolgt ein anderes Ziel, nämlich mit kurzen, knackigen Texten und eher grafischen Elementen eine (evtl. komplexe) Botschaft zu vermittelten und eine Conversion zu erreichen. Das ist gut für einen Nutzer, der etwas Bestimmtes sucht und gleich „zuschlagen“ kann. Für Google ist das aber problematisch, weil Texte benötigt werden, um herauszufinden, was der Kontext einer Seite ist.
Von daher ist eine Landingpage nicht dazu geeignet als SEO-Maßnahme zu dienen, denn sie wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in den Suchergebnissen platziert werden. Das bedeutet aber nicht, dass du deine Landingpage nicht trotzdem optimieren solltest ;). Im wesentlichen gelten die gleichen SEO-Regeln wie sonst auch und du findet zahlreiche SEO-Tipps auf dieser Website.

Jede Seite deiner Website ist eine „Landingpage“

Man sollte nicht vergessen, dass Nutzer sich heutzutage meist nicht Knall auf Fall entscheiden, sondern dass sich die Entscheidung für einen Kauf hinzieht und oft viele Kontaktpunkte nötig sind, um den Nutzer vom Angebot zu überzeugen. Die „Customer Journey“ des Interessenten ist als Prozess zu verstehen, der in kleinen Schritten und mehreren Mini-Conversions vorangeht.
Insofern ist jede Seite deiner Website eine Landingpage, denn je nach Suchbegriff kommen auch Nutzer auf Unterseiten deiner Website. Auch hier kann es Conversions geben, die z.B. als Verweildauer oder Seiten pro Besuch definiert werden können. Auch eine Newsletter-Anmeldung kann ein Ziel sein, das solche Einstiegsseiten verfolgen, so wie du es am Ende des Beitrags sehen kannst.

Fazit

Die Frage, ob eine Landingpage gut oder schlecht für SEO ist, stellt sich also gar nicht, denn sie hat eine völlig andere Intention als eine werbliche Landingpage.
Unter dem Aspekt, dass auch die Seiten deiner Website für die Suchmaschinen eine Landingpage darstellen, die den Nutzer auf seiner „Reise“ zur Conversion begleiten sollen, haben viele Websites noch viel Luft nach oben – was SEO UND Conversions angeht.

 

Bildnachweis: Photo by Iler Stoe on Unsplash

Ich stimme der Verwendung von Cookies zu und bin mit der Verwendung des Besucherinteraktions-Pixel von Facebook einverstanden. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden. Auf dieser Website wird das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke verwendet. Mit Hilfe eines Cookies kann so nachvollzogen werden, wie Marketingmaßnahmen auf Facebook aufgenommen und verbessert werden können. Über Ihr Einverständnis hiermit würde ich mich freuen. Informationen zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies und dem Ihnen zustehenden Widerspruchsrecht erhalten Sie in der Datenschutzerklärung

Schließen