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Der OMT 2020 – jeder für sich virtuell dabei und doch zusammen

Fast jedes Jahr nehme ich an einer der großen Online-Marketing-Konferenzen teil, wie z.B. der SMX (Search Marketing Expo) in München. Deshalb war ich sehr gespannt, wie eine virtuelle Konferenz (bzw. hybrid, wenn die Speaker vor Ort sind) funktionieren und ob eine Art Zugehörigkeitsgefühl entstehen würde. Ich war mir aber schon im Vorfeld sicher, dass das Team des OMT 2020 sich einiges würde einfallen lassen, um einen sensationellen digitalen Event mit Netzwerkmöglichkeiten zu organisieren.

Spoiler: das haben sie auch wirklich geschafft ;).

Die Vorteile von virtuellen Konferenzen

Für mich haben solche virtuellen Konferenzen viele Vorteile:

1.) Ein Mega-Vorteil: Teilnehmer bekommen eine Aufzeichnung, so dass man alle anderen Vorträge, die man verpasst hat, noch einmal ansehen kann. Ich konnte mich kaum entscheiden, welchen Vortrag ich sehen wollte, deshalb ist das eine super Sache im Nachgang die Sessions anzusehen. Bei analogen Konferenzen hatte ich immer ein starkes Missing-out-Gefühl. Ja, und wer jetzt sagt, das schaut man sich hinterher sowieso nicht mehr an, der weiß nicht, was er verpasst ;).

2.) Ich muss nicht anreisen (meine CO2-Ersparnis durch die Nicht-Anreise wurde mir beim Einloggen angezeigt, nachdem ich meinen Standort angegeben habe).

3.) Ich bin grundsätzlich konzentrierter an meinem eigenen Schreibtisch (Abwesenheitsnotiz war eingeschaltet) und kann mir besser Notizen machen. Hier tickt jeder anders, vor allem die Netzwerker, aber ich habe nichts vermisst.

Der OMT 2020 – Erstklassige Fachvorträge, Netzwerken, Gamification und mehr

Die Vorträge der hochkarätigen Speaker des OMT ließen mit ihren aktuellen Themen rund um SEO, Performance Marketing, Social Media u.v.m. den Tag wie im Flug vergehen. Dazu beigetragen haben auch der Livestream in der „Lobby“, wo Mario Jung und Robin Heinze locker und sympathisch die Vorträge zusammenfassten und nebenbei noch jede Menge Impulse und Tipps preisgaben. Man wollte sich gar nicht vom Bildschirm lösen, weil immer etwas geboten war, egal ob Speed-Dating, Beteiligung an den Unterhaltungen im Chat oder an einem der Spiele.

Die Konferenzsoftware EventInsight war für uns Teilnehmer sehr gut zu bedienen, kein Geruckel oder schlechte Tonqualität, wie ich es schon bei anderen digitalen Events erlebt habe.

Auch die App, mit der man vorab sein Profil ausfüllen konnte, ist leicht bedienbar. Im Vorfeld kann man sein eigenes Programm zusammenstellen und wird dann vor Beginn der Session informiert. Wählt man Schlagworte mit seinen Interessen aus, matcht die Software entsprechende Teilnehmer, so dass man sich verabreden kann. Netzwerken wird also groß geschrieben.

Während der Sessions konnten wie gewohnt Fragen gestellt werden, allerdings in einem extra Bereich, so dass die Fragen im „Geplauder“ nicht untergingen. Ich hätte mir nur gewünscht, dass man als Teilnehmer auch die Fragen der anderen sieht, so dass man nicht möglicherweise die gleiche Frage stellt.

Takeways vom OMT 2020

Ich habe drei Vorträge zu den Themen Landingpages, Social Media und Google Search Console herausgegriffen:

1.) Der Klick ist nicht genug – Conversion-Fieber mit optimierten Landingpages von Christian Lipp

2.) 11 frische Social Media Hacks von Felix Beilharz

3.) Google Search Console Deep Dive von Stephan Czysch

1.) Christian Lipp – Der Klick ist nicht genug – Conversion-Fieber mit optimierten Landingpages

Christian Lipp hielt  einen sehr charmanten Vortrag zum Thema Landingpage-Optimierung in Anlehnung an James-Bond. Er zeigte auf, wie sich negative Gefühle der Nutzer von Landingpages vermeiden lassen. Wenn Landingpages nicht der Erwartung des Users entsprechen, nachdem er beispielsweise auf eine Anzeige geklickt hat, ist der Klick an sich eben nicht genug!

Vortrag von Christian Lipp zum Thema Landingpage-Optimierung
Key Takeaways:

  • Nutzer erwarten Relevanz, also dass sie hier richtig sind und dass sie verstanden werden. Die Landingpage muss übersichtlich, schnell und einfach sein.
  • Die Landingpage sollte auf einen Kanal ausgerichtet sein, also speziell für die Google-Anzeige oder für eine Facebook-Anzeige.
  • Es ist bei kleineren Websites gang und gäbe die Startseite zur Landingpage zu machen. Diese ist in vielen Fällen ungeeignet, da sie meist mit zu vielen Informationen ausgestattet ist und nicht konkret auf das eine Werbeziel ausgerichtet ist. Eine Landingpage sollte immer ein Ziel enthalten, das als Conversion festgelegt wird (Formular ausgefüllt, PDF heruntergeladen etc.)
  • Die strategische Planung der Landingpage ist wichtiger als die Tools. Hier gilt der alte Spruch „A fool with a tool is still a fool”. Aber James Bond braucht natürlich schon ein paar technische Gadgets, wie z.B. einen Landingpage-Builder, ein Grafikprogramm oder ein Spionage-Gadget wie Analytics-Tracking oder ein Heatmap-Tool.
  • Die Landingpage muss den „Verhörmethoden für Missionserfolge“ standhalten und zielführende Fragen beantworten können, nämlich wer bietet was genau an und warum ist es gut für mich.

Top-Tipp von Christian:

Drehe den Prozess um: erst das Werbemittel erstellen, dann die Landingpage. Also beispielsweise die Google Ads-Anzeige als Vorlage nutzen mit allen Elementen und Erweiterungen!

Ich halte das für eine sehr gute Vorgehensweise, denn meist steht die Landingpage bereits und danach wird versucht die Vorteilskommunikation in die Anzeigen zu pressen, was oft genug nicht sehr gut gelingt.

Hier habe ich noch ein paar weitere Tipps zum Thema Landingpage-Optimierung.

2.) 11 frische Social Media Hacks von Felix Beilharz

Wenn Felix Beilharz „frische“ Social Media Tipps mitbringt, kann man sich darauf verlassen, dass es wirklich weitergehende Maßnahmen sind, die über das normale Repertoire der Social Media Manager hinausgeht. Mehr Interaktionen auf den sozialen Kanälen für eine bessere Sichtbarkeit zu erreichen, ist schließlich ein wichtiges Ziel. Die große Frage ist also, wie erreiche meine Fans und Follower und bringe sie dazu zu interagieren (Engagement).

Key Takeaways für kreative Kampagnen:

  • Selbstironische Beiträge (wie es die BVG seit Jahren mit ihren unterhaltsamen Kampagnen schafft)
  • Charity-Kampagnen, bei denen Fans etwas für eine gute Sache spenden können und sich dabei gut fühlen können
  • Gut aufbereitete unterhaltsame Statistiken
  • Auszeichnungen und Award
  • Kundenstimmen
  • Aktuelle Zahlen, z.B. Anzahl der Fans
  • Gruppen haben nach wie vor eine höhere Reichweite als Fanpages, zumindest auf Facebook. Auf LinkedIn und Xing werden sie eher nicht so gut genutzt. Bei Facebook sind es v.a. sehr spezifische Themengruppen, die erfolgreich sind. Deshalb sollte man darüber nachdenken eine eigene Gruppe zu starten.
  • Eigene Gifs, Sticker und Effekte zu erstellen, ist sicher für die Markenbildung eine interessante Option.

Top-Tipp von Felix:

Bei LinkedIn erreichte er sehr gute Reichweiten mit Bildbeiträgen und dem entsprechenden Link am Anfang des Beitrages bzw. im Kommentar. Direkt verlinkte Beiträge brachten im Vergleich dazu geringere Reichweiten.

Bei LinkedIn-Beiträgen den Link in den Kommentaren posten oder ganz oben

Das ist sicher etwas, das jeder für sich testen muss. Aber ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht, vielleicht auch, weil ich in dem Bild meist eine Zusammenfassung des Blogposts wiedergebe (wobei ich natürlich nicht die Followerzahlen aufbringe, das ist also nur eine subjektive Meinung 😉). Den Tipp mit dem Link gleich am Anfang des Posts, damit Nutzer nicht auf „mehr“ klicken müssen, werde ich definitiv ausprobieren.

Hier findest du Tipps für deine Social Media Strategie.

Google Search Console Deep Dive von Stephan Czysch

Stephan Czysch ist Autor des Buches SEO mit Google Search Console – Webseiten mit kostenlosen Tools optimieren (Affiliate Link). Für mich ist er die absolute Koryphäe in Sachen Search Console. „Deep Dive“ war keinesfalls übertrieben und er lieferte in seinem Vortrag zur Google Search Console viele interessante Insights.

Key Takeways:

  • Die Website richtig verifizieren, nämlich die gesamte Domain per DNS-Eintrag, da sonst Daten fehlen können.
  • Bei mehr als 1000 Daten ist in der GSC leider Schluss. Diese Datenlimits können umgangen werden, indem man Verzeichnisse verifiziert, z.B. /blog oder einzelne Sprachverzeichnisse.
  • Auch CDN-Domains mit ausgelagerten Dateien (Image-Dateien) können verifiziert werden.
  • Den „Datenbrei“ in der Gesamtübersicht sollte man mit Filtern aufdröseln, wobei die Filter oben die Metriken verändern, während die Filterfunktion über der Datentabelle spezielle Ansichten hervorruft. Leider sind oft nicht alle Klicks Keywords zuordenbar, was durch die Anonymisierung entsteht.

Der Datenbrei in der Google Search Console

  • Bei den Impressionen können durchaus 10 Impressionen entstehen pro Suchanfrage, nämlich dann, wenn Suchergebnisse mit Sitelinks angezeigt werden.
  • Bei der Position ist es wichtig zu wissen, wie Google sie berechnet. Alle Elemente in einer Box haben dabei dieselbe Position, wobei eine Position nur Elemente haben, die Nutzer zu einer externen Website führen.

Diese Zählweise führt dazu, dass die Rankingverteilung der GSC oft viele Seite 1 Rankings aufweist, aber SEO-Tools andere Verteilungen anzeigen.

  • Das Keyword-Set in der GSC ist weit umfangreicher als in den SEO-Tools.
  • Die Daten in der GSC sind immer lokalisierte Daten, wobei es leider keine Filtermöglichkeiten nach Städten gibt, sondern nur nach Ländern.

Top-Tipp von Stephan:

Tiefergehende Analysen kann mit zusätzlichem Tools durchführen, wie dem von Stephan entwickelten kostenlosen Google Search Console Data Analyser. So lässt sich weiteres Optimierungspotenzial entdecken.

Mehr Tipps zur Nutzung der Google Search Console.

Fazit

Ein rundum gelungener Event, tolles Lineup inkl. Site-Clinic, Keynote-Vortrag und Party zum Abschluss der Konferenz. Das positive Feedback von Kollegen in den sozialen Netzwerken zeigt, dass ich nicht die einzige begeisterte Teilnehmerin war. Ich komme sicher nächstes Jahr wieder!

Weitere Recap-Artikel findest du hier:

Wenn du auch ein Recap geschrieben hast, melde dich gerne. Ich füge ich den Link dann zur Sammlung hinzu.