Immer wieder erhalte ich Anfragen von Website- bzw. Blog-Betreibern, deren Seiten nicht sehr gut in den Suchergebnissen bei Google und Co gerankt werden. Häufig wird darauf verwiesen, dass man doch andauernd bloggen bzw. neue Seiten veröffentlichen würde und dass Google dieses Bemühen doch honorieren müsse.

Leider ist das nicht der Fall. Das Problem ist häufig eine fehlende SEO-Strategie.

Warum ist eine SEO-Strategie sinnvoll?

Der offensichtlichste Grund ist der, dass keiner gerne für das Nirvana schreibt. Jeder möchte doch, dass die Inhalte, die er mit viel Mühe erstellt hat, auch tatsächlich gelesen oder angeschaut werden. Eine SEO-Strategie ist daher immer auch eine Content-Strategie (oder umgekehrt). Sie legt fest, welche Inhalte produziert werden sollen, die einem zuvor definierten Ziel Rechnung tragen. Natürlich machst du dir als Blogger oder Website-Betreiber Gedanken darüber, über welches Thema du als nächstes schreiben könntest, recherchierst und greifst vielleicht Kundenfragen auf, die immer wieder kommen. Oder du berichtest über neue Features, präsentierst Lösungen oder Ideen. Aber wenn du einfach nur darauf losschreibst, geht der Artikel vielleicht am Bedarf der Leser vorbei. Damit wird aber auch die Chance auf ein gutes Ranking bei Google vertan. Und vielleicht entspricht der Inhalt der Webseite dann auch nicht den Qualitätsansprüchen von Google und der deiner Nutzer.

Die „Quality Updates“ von Google

Google ändert ständig seine Suchalgorithmen und von vielen kleineren dieser Updates bekommen die wenigsten etwas mit. Ab und zu gibt es allerdings größere Updates und in der letzten Zeit betrafen diese eigentlich immer die „Qualität“ einer Website. Darunter versteht Google Inhalte, die die Erwartung des Nutzers bzw. des Lesers hinsichtlich der Suchbegriffe voll erfüllen. Und Google möchte in seinen Suchergebnislisten genau die Webseiten präsentieren, die zu dem Suchbegriff passen, den der Nutzer in das Suchfeld eingetippt hat.

Also geht es bei der SEO-Content-Strategie (oder der Content-SEO-Strategie) darum, Inhalte zu produzieren, die wirklich beim Nutzer ankommen und genau auf die entsprechenden Zielgruppen ausgerichtet sind. Qualität vor Quantität: du musst nicht ständig bloggen, um bei Google zu ranken, sondern richtig!

Fünf Tipps für deine SEO-Strategie

1.) Finde das richtige Thema

Klingt einfach? Theoretisch ist es das, denn du bist sicher der Experte auf deinem Gebiet und kannst darüber schreiben, was das Zeug hält. Aber Vorsicht, möglicherweise hast du nämlich schon sehr viel über ein bestimmtes Thema geschrieben. Wenn du jetzt einen weiteren Blogartikel zum gleichen Thema schreibst, sprich zu den gleichen Suchbegriffen, die Nutzer bei Google eingeben könnten, um deine Seite zu finden, dann verwässerst du den Fokus deiner Website. Google weiß dann nicht unbedingt, welche dieser Seiten, in denen es um das gleiche Thema geht, in den Suchergebnissen anzeigen werden sollen. Welche Seiten zu einem Keyword in den Suchergebnissen gezeigt werden, kannst du in der Google Search Console nachsehen.

Es ist also sinnvoll bei der Planung von neuem Content bereits auf eine entsprechende SEO-Strategie zu achten. Lege Themen fest, die Konsumenten interessieren könnten und in denen du dich als Experte positionieren kannst. Du musst nicht ständig neue Blogartikel schreiben, schon gar nicht solche, die sich z.B. um Unternehmensneuigkeiten drehen, wie den jährlichen Firmenlauf etc. Das mag für manchen interessant sein, ist aber eher irrelevant für eine Content- und SEO-Strategie.

Ein neuer Blogartikel oder andere Texte auf der Website sollten immer die Marketingziele unterstützen, sie sind schließlich kein Selbstzweck. Wichtig dabei ist zu überlegen, in welcher Phase der Customer Journey sich ein Nutzer befindet, denn für jede dieser Phasen sollte ein passender Content bereitgestellt werden. Die Customer Journey versucht die „Reise“ eines Konsumenten entlang aller Berührungspunkte (Touch Points) mit deinem Unternehmen darzustellen, bis er eine Kaufentscheidung trifft. So kann z.B. ein Blogartikel Aufmerksamkeit wecken, weitergehende Informationen wie ein E-Book das Interesse an dem Produkt oder der Dienstleistung verstärken, FAQ-Seiten und die speziellen Antworten den Kaufwunsch verstärken und ein Testangebot eine Aktion auslösen – also die Beachtung der ganz klassischen AIDA-Formel (Attention, Interest, Desire, Action).

2.) Recherchiere die Keywords

Ist eine Keyword-Recherche denn immer noch notwendig?
Google versteht zwar immer besser die Suchanfragen und welche Absicht ein Nutzer haben könnte. Es ist aber nach wie vor sinnvoll, Keywords zu recherchieren und sich in die Rolle des Nutzers hineinzuversetzen und seine Absicht zu verstehen. Denn genau das versucht auch der Google Algorithmus und möchte entsprechende Seiten in den Suchergebnissen anzeigen.

Konzentriere dich nicht oder nicht nur auf generische Begriffe. Mit einem allgemeinen Begriff wie z. B. „hundefutter“ wird deine Website kaum ranken können. Was möchte denn jemand finden, der nur dieses Wort eingibt? Außerdem wirst du eine starke Konkurrenz haben, gegen die du kaum ankommen kannst. Besser ist es längere Wortkombinationen zu recherchieren, sogenannte Long Tail Keywords. Dies sind im Prinzip Nischenkeywords, wie beispielsweise „hundefutter für kleine hunde“, „spezialernährung für kleine hunde“ etc. Nutzer suchen vor allem nach Hilfestellung, Ratgebern, Vergleiche etc oder möchten konkret etwas kaufen. Achte also genau auf die Zielgruppen, deren Fragestellungen und Erwartungen und stelle entsprechende Lösungen vor.

In der Search Console kannst du auch Begriffe entdecken mit denen Nutzer auf deine Website kamen. Häufig findet man hier Suchbegriffe, an die man noch gar nicht dachte und die sich eventuell nutzen lassen. Wie du bei deiner Keyword-Recherche vorgehen kannst, findest du in dem Artikel. Dort findest du auch Tools, die du nutzen kannst und erfahren, wie du die gefundenen Keywords in Themenbereiche einordnest („Clustering“). Übrigens ist diese Arbeit auch eine wichtige Grundlage, falls du Anzeigen in Google AdWords/Google Ads schalten möchtest. Denn auch da ist es wichtig, eine Keyword-Recherche zu machen und sehr gut voneinander abgegrenzte Themen für die jeweiligen Anzeigengruppen zu verwenden.

3.) Analysiere den Wettbewerb

Hier geht es nicht um eine klassische Wettbewerbsanalyse, die du sicher bereits gemacht hast, sondern darum, herauszufinden, mit welchen der recherchierten Keywords, die du verwenden möchtest, andere Mitbewerber ranken. Schau dir die ersten Websites an, die in den Suchergebnissen erscheinen. Warum ranken sie vor deiner eigenen Website? Wird das Thema ganzheitlich angegangen? Bieten sie die bessere Nutzererfahrung? Sind sie lesefreundlicher strukturiert? Sprechen sie vielleicht ganz andere Zielgruppen an, usw.?

Recherchiere auch, was Mitbewerber zu bestimmten Themen veröffentlichen, so dass du vielleicht einen anderen Aspekt liefern kannst, der für deine Zielgruppe wichtig ist. Das Ranking deiner Website bei Google kann immer nur im Verhältnis zum Wettbewerb gesehen werden. Es ist nie statisch, wer einmal auf Platz eins ist, bleibt nicht unbedingt immer dort. Wenn sich die Gegebenheiten ändern, befindet man sich ganz schnell auf den hinteren Plätzen.

Hier muss man – so hart das ist – auch mal ehrlich mit sich sein. Wenn meine Mitbewerber besser ranken, dann muss ich mir wirklich Gedanken machen, wie ich meine Website und die Inhalte für meine Zielgruppen optimieren kann.

4.) Optimiere den Content

Wenn nun das Thema feststeht, die Keywords recherchiert wurden und der Text geschrieben ist, muss der Inhalt natürlich noch entsprechend für die Suchmaschinen aufbereitet werden. Das bedeutet nicht, dass du das Keywords X-mal im Text erwähnen musst. Aber natürlich sollte es in der <H1>-Überschrift, am Anfang des Textes, im Seitentitel <title> und in der Meta-Beschreibung <meta-description> vorkommen (mehr dazu im Artikel SEO-Tipps). Für Content-Management-Systeme gibt es dafür zahlreiche Erweiterungen, wie z.B. das SEO-Plugin von Yoast für WordPress. Diese Plugins helfen bei der Umsetzung der wichtigsten SEO-Elemente.

Merke: Google möchte nicht die am besten für Suchmaschinen optimierte Seite zeigen, sondern die, die in Sachen Nutzererfahrung am besten geeignet ist.

5.) Checke die Performance deines Contents

Nun hast du viel Herzblut in die Erstellung des Contents gesteckt, aber wie kommt er an? Ohne ein Tool, mit dem du messen kannst, wie der Text bei deinen Nutzern ankommt, ist eine Beurteilung nicht möglich. In Google Analytics (oder einem anderen Webanalyse-Tool) kannst du nachvollziehen, wie häufig die Seiten aufgerufen wurden, wie lange Nutzer auf der Seite blieben und wie hoch der Anteil der Nutzer war, die sofort wieder zu den Suchergebnissen zurückgekehrt sind (die sogenannte „Absprungrate“). Daraus lässt sich das Interesse der Nutzer ermitteln – wie gesagt, du willst ja nicht für das Nirvana schreiben.

Seiten deiner Website, die wenig aufgerufen werden oder Artikel, die einer gewissen Halbwertzeit unterliegen und nicht mehr aktuell sind, solltest du aktualisieren oder auf aktuellere Seiten umleiten. Löschen ist natürlich auch möglich, aber mit dem Risiko verbunden, dass evtl. darauf verweisende Links dann nicht mehr funktionieren. Aber „aufräumen“ lohnt sich häufig, weil dann für die Nutzer und vor allem auch Google der Fokus deiner Website klarer wird.

Natürlich sind Kennzahlen wie „Seitenaufrufe“, „Absprungrate“ oder „Verweildauer“ nur Hinweise. Sie sagen nur bedingt etwas über das tatsächliche Nutzerverhalten aus. Dazu kann man den „Seitenfluss“ analysieren, also von welchen anderen Seiten der Nutzer kam und wohin er als nächstes auf der Website ging. Die Auswertung erfordert leider Zeit und die Interpretation ist sicher nicht einfach.

Fazit

Wie du gesehen hast, muss du nicht ständig neue Seiten veröffentlichen, um in den Suchergebnissen zu erscheinen, sondern mit den richtigen Inhalten glänzen – Qualität vor Quantität. Es ist besser, sich vorher Gedanken zu machen, was der Fokus sein soll, welche Keywords relevant sein könnten und welche Themen auf deiner Website noch unterrepräsentiert  sind.

 

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