Wenn dein Unternehmen nur einen lokal begrenzten Einzugsbereich hat, wie Restaurants oder Arztpraxen, lohnt es sich, sich mit dem Thema „lokale Suchmaschinenoptimierung“ zu beschäftigen. So stellst du sicher, dass deine Website bzw. dein Unternehmensprofil vor allem auch auf Google Maps von deiner Zielgruppe gefunden wird.

1. Was ist lokale Suchmaschinenoptimierung (local SEO)?

Unter Local SEO versteht man Maßnahmen, mit denen eine Website eines lokal oder regional tätigen Unternehmens nach vorne gebracht werden soll. Ein Nutzer soll bei einer Suchanfrage aus der Region ein möglichst relevantes Suchergebnis erhalten und Websites angezeigt bekommen, die sich in seiner Nähe befinden. Die klassischen SEO-Maßnahmen gelten natürlich auch für eine Website, die sich v.a. an lokale Kunden wendet. Wichtig ist hier vor allem der Eintrag in lokale/regionale Branchenbücher. Die Schreibweise der sogenannten NAP-Daten (name, address, phone number) sollte immer gleich sein. Je öfter das Unternehmen mit konsistenten Daten auftaucht, umso vertrauenswürdiger ist die Website für die Suchmaschinen.

2. Local SEO mit Google MyBusiness

Um deine lokale Suchmaschinenoptimierung zu verbessern, solltest du dich beim kostenlosen Branchenverzeichnis Google MyBusiness anmelden. Mit einem Konto bei Google MyBusiness verwaltest  du deinen Google-Maps-Eintrag. Diese Einträge erscheinen in den Suchergebnissen, hier ein Beispiel für eine Suchanfrage nach „zahnarzt münchen ost“ und die entsprechenden Google Maps-Einträge:

local SEO mit Google MyBusiness

Um sich bei Google MyBusiness anzumelden, benötigst du zwar nicht unbedingt ein Büro oder Ladenlokal, aber du solltest die Adresse angeben, die auch im Impressum der Website auftaucht. Eine Postfachadresse funktioniert nicht.

3. Ist schon ein Google MyBusiness Eintrag vorhanden?

Falls du dich noch nicht bei Google MyBusiness angemeldet hast und dich nun selbst googelst, kann es sein, dass dein Unternehmen dort trotzdem gelistet ist oder auch auf der rechten Seite in den Suchergebnissen oder unter den Anzeigen bei Google auftaucht. Google übernimmt nämlich Einträge aus anderen Branchenverzeichnissen wie den Gelben Seiten oder dem Handelsregister. Das Problem: Wenn du nicht weißt, dass du schon einen Eintrag hast, meldest du dein Unternehmen möglicherweise doppelt an, was natürlich wenig sinnvoll ist, denn unter Umständen wird dann ein veralteter Eintrag angezeigt.

Überprüfe also als Erstes, ob du bereits einen Firmeneintrag hast und ein Eintrag auf der rechten Seite bei Google erscheint. Oder du meldest dich bei https://www.google.de/intl/de/business/ an und versuchst, dein Unternehmen aufzurufen. Grundvoraussetzung für die Anmeldung ist, dass du ein Google-Konto hast, d.h. ein Konto, mit dem du dich bei allen Google-Produkten wie Google Ads, Google Analytics, YouTube, Google Drive, GMail etc. anmeldest. Verwende immer die gleichen Zugangsdaten, damit du die Dienste auch miteinander verknüpfen kannst, wo es sinnvoll und nötig ist (beispielsweise YouTube mit Google+ oder Google Analytics mit Google Ads).

Gerade in Unternehmen mit mehreren Mitarbeiten sollte eine Firmen-E-Mail-Adresse für das Google-Konto genutzt werden und nicht deine persönliche E-Mail-Adresse. Denn falls der Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, können möglicherweise andere Mitarbeiter nicht mehr auf das Konto zugreifen. Auch wenn eine Agentur den Eintrag für dein Unternehmen vornimmt, ist es ungünstig, wenn diese dann der „Inhaber“ des Eintrags ist und du nur als Nutzer eingetragen bist.

Nachdem du überprüft hast, ob es schon einen Eintrag gibt, musst du nachweisen, dass dieser Eintrag wirklich dir gehört und du berechtigt bist, Änderungen vorzunehmen. Dazu schickt Google dir zur Verifizierung eine PIN per Postkarte, die du dann bei der erneuten Anmeldung eintragen musst. Das Ausfüllen der relevanten Unternehmensinformationen im Konto ist denkbar einfach und du solltest das Profil regelmäßig aktualisieren. Der folgende Screenshot zeigt die Verwaltungsoberfläche.

Lokale Suchmaschinenoptimierung mit Google My Business

Seit kurzer Zeit kann man die Adresse entfernen, wenn man an seinem Unternehmensstandort keinen Publikumsverkehr hat. Google schreibt dazu: Unternehmensstandort: Wenn Sie eine Adresse angeben, erscheint Ihr Standort auf Google und ist für Kunden sichtbar. Die Adresse können Sie weglassen, wenn Sie weder ein Ladengeschäft noch ein Büro haben. Da jeder sowieso auf seiner Unternehmenswebsite eine Adresse angeben muss, ist es wahrscheinlich wenig sinnvoll sie hier zu entfernen.

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4. Keine Google+-Konten mehr seit April 2019

Bei der Anmeldung zu Google MyBusiness erhielt man bisher gleichzeitig eine Seite beim Special-Interest-Netzwerk Google+. Leider hat dies auch zur Verwirrung beigetragen, denn viele Nutzer waren sich dessen gar nicht bewusst und haben dort keine Beiträge veröffentlicht. Dieses Netzwerk steht nun aber nicht mehr zur Verfügung. 

Es ist schade, dass sich Google+ nie richtig gegenüber Facebook und Twitter positionieren konnte und häufig als Geisterstadt bezeichnet wird. Tatsächlich war es ein Special-Interest-Netzwerk, das zum Austausch mit Gleichgesinnten bestens geeignet war. Die Möglichkeit, Verbindungen mit anderen Menschen zu kategorisieren, um nur eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen und ohne dass sie miteinander „befreundet“ sein müssen, war meiner Meinung nach ein großer Vorteil.

5. Beiträge veröffentlichen in Google My Business

Mit einem Eintrag bei Google MyBusiness hast du eine mit einer Facebook-Fanpage vergleichbare Unternehmensseite, wo du auch Beiträge veröffentlichen kannst und Nutzer dir folgen können. Es kann sinnvoll sein, auch hier Neuigkeiten zum Unternehmen zu veröffentlichen. Für SEO wird das vielleicht keinen riesigen Boost bringen, aber deine Firma ist hier auf einer weiteren Plattform präsent.

6. Mehrere Standorte anlegen

Es ist auch möglich, mehrere Standorte anzulegen. Problematisch sind Einträge, die unter der gleichen Adresse auftauchen sollen und sich sehr ähneln. Wenn du beispielsweise einen Showroom unter der gleichen Adresse betreibst wie dein Büro und beide Einträge verifizieren möchtest, kann es sein, dass Google diese Einträge nicht akzeptiert. Es ist nur dann möglich, wenn sich die Einträge stark voneinander unterscheiden oder du andere Zugangsdaten verwendest bzw. sich der Firmenname unterscheidet.
Problematisch ist es auch, wenn die Standorte eigentlich nur von deinem Unternehmen angemietete Räume sind, so wie es häufiger bei Seminaranbietern der Fall ist. Auch wenn du diese Räumlichkeiten dauerhaft nutzt – sofern nicht das Firmenschild deines Unternehmens an der Tür klebt (und du dieses als Beweis einschicken kannst) wird Google den Eintrag möglicherweise nicht verifizieren.

7. Nachrichten über Google MyBusiness

Wenn du diese Funktion in Google MyBusiness freischaltest, können Nutzer, die dein Unternehmen über Google/Google Maps finden, dir eine Nachricht schicken. So kannst du gleich in Kontakt mit deinen potenziellen Kunden treten. Du kannst die Textnachrichten auch über die Google MyBusiness App verwalten.

8. Anzeigen schalten über Google MyBusiness/Google Ads

Du kannst auch Anzeigen über Google MyBusiness schalten. Diese Funktion hieß früher AdWords Express und war ein eigenes Produkt. Nun heißt es „Smarte Kampagnen“ und befinden sich im Google Ads-Konto. Diese Anzeigen werden in der Google Suche oder auf Google Maps geschaltet, wenn ein potenzieller Nutzer in der festgelegten Zielregion Suchbegriffe eingibt, die für dein Business relevant sind.

Diese Anzeigen sind wesentlich einfacher aufzusetzen, weil vieles bereits automatisch erstellt wird, aber man hat dadurch auch nicht so viel Kontrolle. Eine Übersicht über die Unterschiede zwischen den Smarten Kampagnen und den Google-Ads-Kampagnen findet du hier: https://support.google.com/google-ads/answer/7652853?hl=de&ref_topic=9024773

9. Fazit

Es gibt keine Garantie, dass dein Profil in den lokalen Suchergebnissen bzw. in Google Maps gezeigt wird. Google Maps hat einen anderen Algorithmus als die Google-Suche und die Rankingfaktoren sind weniger bekannt. Es kommt auf den individuellen Standort des Nutzers und damit auf die Entfernung zu deinem Standort an und auch darauf, wie gepflegt das Konto ist. Überprüfe regelmäßig in den Statistiken, ob dein Eintrag gefunden und aufgerufen wird.

Der Originalartikel stammt von 2017 und wurde im März 2019 umfangreich überarbeitet.

 

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