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Wie du mit dem Aufbau von Links die Sichtbarkeit deiner Website verbesserst

In diesem Artikel geht es um die SEO-Taktik Linkbuilding, denn Backlinks sind nach wie vor ein wichtiger Ranking-Faktor für Google. Du erfährst, was man unter Backlinks versteht, wie man sie richtig aufbaut und was man dabei beachten sollte.

Der Originalartikel stammt aus dem Jahr 2015 und wurde umfangreich aktualisiert.

 

1. Was ist Linkbuilding  bzw. der Aufbau von Backlinks?

Unter Backlinks versteht man Verweise von anderen Websites, die auf deine Website bzw. eine Unterseite verlinken. Ursprünglich waren diese Links für die Suchmaschinen eine gute Sache, um festzustellen, ob eine Website es wert ist in den Top-Positionen der Suchergebnisse zu erscheinen. Auf wen oft verlinkt wurde, der musste ja etwas taugen. Das wurde von findigen SEOs ausgenutzt, Linkfarmen und Linknetzwerke aufgebaut und tüchtig Links gekauft oder verkauft. Das führte aber dazu, dass Websites gut rankten, die null Mehrwert für den Nutzer der Suchmaschinen brachte. Deswegen werden Websites mit gekauften Links von Google seit ein paar Jahren rigoros abgestraft und verlieren, oft für sehr lange Zeit, ihr Ranking.

Macht’s nichts, sagten sich SEOs und haben eine neue SEO-Disziplin „erfunden“, nämlich den Abbau von schlechten Links. Aber darum soll es hier nicht gehen, denn ich hoffe einfach sehr stark, dass meine Leser keine Backlinks gekauft haben ;). Ich habe allerdings immer wieder Kunden, denen Link-Pakete angeboten werden. Bitte nicht kaufen!!! Das Geld kannst du lieber einer wohltätigen Organisation spenden. Wenn du nicht möchtest, dass deine Website massiv abgestraft wird, dann kaufe auf keinen Fall Links.

Obwohl Google mittlererweile ein Vielzahl von Signalen nutzt, um das Ranking in den Suchergebnissen festzulegen, sind Backlinks immer noch sehr wichtig. Eine andere SEO-Taktik, nämlich SEO mit der internen Verlinkung, birgt übrigens ebenfalls ein großes SEO-Potenzial, vor allem dann, wenn es für dich sehr schwierig ist an Backlinks zu gelangen.

2. Warum ist richtiges Linkbuilding so schwierig?

Linkbuilding ist vielleicht nicht wirklich schwierig, aber aufwändig, weil es beim Aufbau von Links darum geht, qualitativ hochwertige Links von themenrelevanten Websites zu erhalten. Und die kommen nun mal nicht von alleine. Außerdem ist es auch wichtig, dass diese Websites nicht nur einen Link setzen, sondern auch noch den richtigen Text verlinken, den sogenannten Ankertext. Auch das kann sich als aufwändige Sache herausstellen.

3. Das Linkprofil

Zunächst einmal solltest du analysieren, welche Websites bereits auf deine Website verweisen. Eine Übersicht erhältst du entweder in der Google Search Console oder mit einem anderen kostenlosen Backlink-Tool wie Backlinktool.org. So erhältst du das Linkprofil deiner Website.

 

Mit einem Backlinkchecker-Tool überprüft man das Linkprofil der Website

 

Google vergleicht Linkprofile miteinander und schließt daraus, was das Thema der Website und wie vertrauenswürdig sie ist. Außerdem ist wichtig, ob diese Links auf „natürliche“ Weise entstanden sind oder ob es sich um gekaufte oder bezahlte Links handelt. Anbieter von SEO-Tools werten viele Kennzahlen aus, beispielsweise nicht nur die Anzahl der Links, sondern auch die verschiedenen Linkarten (Links im Text, in Kommentaren, Footerlinks etc.) oder den Anteil an Links, die direkt zur Homepage oder auf Unterseiten führen (Deep Links). Ein typisches Linkprofil vieler Websites sieht so aus, dass die meisten Links auf die Startseite führen. Das ist aber eher ungünstig. Besser ist es, wenn auch auf tieferliegende Webseiten verwiesen wird, wie z.B. auf einen bestimmten Blogartikel.

Ein natürliches Linkprofil verfügt über viele verschiedene Links zu allen Seiten der Website und weist kein regelmäßiges Muster auf. Wenn beispielsweise jede Woche hundert neue Links hinzukommen, kann das für Google ein Indiz sein, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht.

4. Dofollow, Nofollow und weitere Linkattribute

Grundsätzlich besteht der Sinn eines Links für Nutzer und Suchmaschinen darin, dass sie ihm folgen können. Diese Links werden im Linkbuilding als Dofollow-Links bezeichnet, was die Standardeinstellung für Links ist. Diese Links signalisieren Google, dass hier eine Empfehlung ausgesprochen wurde. Diese Links sind natürlich sehr erstrebenswert und wertvoll für das Ranking. Und genauso schwer sind sie auch zu bekommen.

Um die Manipulation von Links einzudämmen, haben Google und Co. ihre Algorithmen angepasst. Im Jahr 2005 wurde das Nofollow-Attribut rel=“nofollow“ eingeführt, um die Crawler daran zu hindern, Links zu folgen.

Diese strikte Vorgehensweise hat Google nun aufgeweicht. Seit Ende 2019 ist das Attribut keine Anweisung mehr, sondern nur ein Hinweis für Google, d.h. dem Link wird trotzdem gefolgt. Aber der Website-Betreiber stellt mit dem Nofollow-Attribut klar, dass er zwar einen Link setzt, sich aber von der Website distanziert.

So sieht der HTML-Code mit dem Nofollow-Attribut aus:

<a href=“https://www.beispiel-domain.de“ rel=“nofollow“>Beispiel-Domain</a>

Es ist sinnvoll, die Dofollow- und Nofollow-Links, die du von anderen Websites erhältst, mit einem Backlink-Tool zu überprüfen und auch selbst bei der Verlinkung darauf zu achten, welche Linkart jeweils passender ist.

Im Herbst 2019 wurden zwei neue Link-Attribute eingeführt, die nicht als Anweisung gelten, sondern ebenfalls nur als Hinweis dienen.

Das Sponsored-Attribut (rel=“sponsored“)

Hiermit sollen Links gekennzeichnet werden, für die eine Gegenleistung geflossen ist und die als Werbung gewertet werden.

Das UGC-Attribut (rel=“ugc“)

UGC bedeutet „User Generated Content“, also Inhalte, deren Verfasser nicht der Website-Betreiber ist. Mit diesem Attribut sollen Website-Links gekennzeichnet werden, die Nutzer setzen, z.B. in Blogkommentaren. Wenn du bereits das Nofollow-Attribut verwenden, brauchst du nichts zu verändern. Beachte nur, dass Google Links mit diesem Attribut jetzt auch folgen kann. Bei WordPress-Websites werden ab der Version WordPress 5.3 standardmäßig alle Links im Kommentarbereich mit rel=“nofollow ugc“ ausgezeichnet.

5. Welche Links von anderen Websites sind sinnvoll oder nicht?

5.1. Links von Branchenverzeichnissen und Co

Ok, Backlinks sind wichtig – das haben viele Webmaster verstanden. Und sich wie wild in alle möglichen Portale, Artikel- und Webverzeichnisse, Foren und wo auch immer eingetragen. Es ist zwar selbstverständlich, dass man sich v.a. als lokal oder regional ansässiges Unternehmen in die diversen Stadtportale etc. einträgt, aber auch hier gilt „weniger ist mehr“, „Qualität vor Quantität“.

Da viele inzwischen kostenpflichtig sind, sollte man auch prüfen, ob sich der Einsatz überhaupt lohnt. Denn viele Portale erstellen kostenlose Einträge (z.B. auf Basis der Gelben Seiten) und verlinken zwar auf die Website. Aber sie nutzen dabei Nofollow-Links. Dieser ist eine Anweisung an die Crawler der Suchmaschinen dem Link nicht zu folgen. Also ist so ein Link nicht so viel Wert, auch wenn Google seit einiger Zeit solchen Links trotzdem folgt.

Eintragen in Branchenverzeichnisse: Ja! Aber eher unter dem Aspekt, dass über diesen Link Besucher auf die Website kommen und nicht um das Ranking an sich zu verbessern.

5.2. Links von Social Media Profilen

Natürlich gibt man seine Website(s) in den Social Media Profilen an. Aber auch hier sind es Nofollow-Links. Wenn du selbst in den Netzwerken Beiträge veröffentlichst, bekommst du Besucher auf deine Website, aber ist nicht die Art von Backlinks, um die es hier geht.

5.3. Themenrelevante Websites

YESSSS! Die Königsklasse sind Links, die von themenrelevanten Websites stammen, die genau zum eigenen Thema, zur eigenen Branche passen und die selbst sehr gut in den Suchergebnissen ranken. Diese Websites haben oft auch einen sehr guten sogenannten PageRank. Es wird oft behauptet dieser sei tot. Tatsache ist allerdings, dass Google ihn nicht mehr anzeigt, aber trotzdem ist er weiterhin Bestandteil des Algorithmus. Diese Websites mit hohem PagerRank haben oft sehr viele Besucher, Expertenstatus, Bekanntheitsgrad etc. Verlinken solche Websites auf deine Website, ist das für deine Suchmaschinenoptimierung eine feine Sache.

Vielleicht hattest du auch bereits Mails im Postfach, in denen dir eine Linkpartnerschaft angeboten wurde. Ich verlinke auf dich – du verlinkst auf mich. Vergiss es! Das funktioniert nicht, v.a. wenn beide Websites noch ziemlich unbekannt sind. Es funktioniert nur dann, wenn es eine wirklich thematisch verwandte Seite ist, in der du z.B. auf einen interessanten Artikel hinweist, der gerade zu deinem Text passt und eine weiterführende Information darstellt. Und umgekehrt die andere Website ebenso auf einen deiner Blogartikel verweisen kann, weil du etwas Interessantes geschrieben hast.

Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn du mit dem Webmaster einer Website eine Kooperation eingehst und dieser dann auf deine Website verlinkt. Beachte dann aber die richtige Auszeichnung des Link-Attributs.

6. Linkbuilding-Strategien

6.1. Bloggen als langfristige Strategie

Viele meiner Kunden sagen, sie haben zu wenig Zeit zum Bloggen. Und wenn sie einen kleinen Artikel geschrieben haben, sagen sie: das war’s jetzt aber erst mal, ist ja nicht so als würde jemand das wirklich lesen. Das ist leider wirklich die falsche Denke. Deine statischen Seiten der Website (also deine „Über-uns“-Seite, die Angebote, Referenzen etc.) wirst du nicht so oft ändern. Ein Blog aber lebt!

Blogartikel zu schreiben ist daher in vielerlei Hinsicht absolut zu empfehlen:

a) Du schaffst neue Inhalte für deine Website in denen du neue Aspekte deines Themas/deines Angebots beschreibst und erhältst neue Leser und möglicherweise neue Kunden. Du erschließt dir auch neue Suchbegriffe, mit denen du möglicherweise nun ebenfalls in den Suchergebnissen erscheinst. Bloggen ist also gut für deine Leser und für SEO. Weitere SEO-Tipps findest du übrigens im Artikel Zehn SEO-Tipps.
b) Ist der Artikel interessant, promotest du ihn natürlich auch in den sozialen Netzwerken und in deinem Newsletter. Dann werden andere Websites den Artikel erwähnen = auf ihn verlinken – und schwups hast du einen Backlink!

Vielleicht verbreitet sich der Artikel ja sogar viral. Hier kannst du nochmal nachlesen wie virales Marketing funktioniert. Dies gilt v.a. für Evergreen-Content, also Inhalte, die auch nach längerer Zeit noch aktuell und relevant sind. Hier spricht man übrigens von „slow viral content“.

Übrigens: weder die Leser noch die Suchmaschinen sind blöd – sie werden erkennen, wenn ein Artikel nur geschrieben wurde, um etwas für die Suchmaschinenoptimierung zu tun.

Also muss der Blogartikel:

  • einen Mehrwert aufweisen, nützlich sein, dem Leser etwas bringen
  • genau zum Thema der gesamten Website passen
  • die Qualität der Website verbessern
  • es wert sein, dass andere Websites auf den Artikel verweisen.

6.2. Gastartikel schreiben

Vor einiger Zeit ging ein Raunen durch die SEO-Gemeinde als Matt Cutts, der inzwischen nicht mehr als oberster Spam-Hüter von Google tätig ist, ankündigte, dass Gastartikel abgestraft würden. Dabei ging es nur um Artikel, die rein für SEO geschrieben wurden und auf Hunderten von anderen Websites erscheinen. Diese Artikel werden als „duplicate content“ von Google abgestraft.

So etwas würdest du natürlich nicht machen ;). Du schreibst einen schönen nützlichen und interessanten Artikel für eine hochwertige Website und lässt auf deine eigene Website verweisen. So bekommst du neben Traffic auch einen SEO-Bonus-Punkt in Sachen Sichtbarkeit (der übrigens nur indirekt nachweisbar ist).

In diesem Zusammenhang ist übrigens wichtig, dass die verweisende Website richtig auf deine Website verlinkt, nämlich nicht so: „weitere Information finden Sie hier“, wobei „hier“ verlinkt wurde auf deine Startseite. Das ist natürlich Kokolores, denn erstens sollte dort dein Name, der Name deiner Website stehen und verlinkt werden und zweitens wenn möglich direkt auf die entsprechende Unterseite verlinkt werden.

Aber Google hat ganz klar dargestellt, dass Gastartikel zwar zum Brandaufbau dienen, aber NICHT für SEO relevant sind. Google hat schon genügend Daten, um diese Links nicht mehr zu werten, auch wenn es Dofollow-Links sind, die auf deine Website verweisen. Wenn du einen Gastartikel geschrieben hast, sollten die Links in jedem Fall mit dem Nofollow-bzw. Rel-sponsored-Attribut gekennzeichnet werden. Um zum Tweet und dem Thread zu kommen, klicke einfach auf das Bild.

 

Tweet von John Müller (Google) bzgl. der Linkattribute für Gastartikel

 

6.3. Presseartikel

Da Presseartikel oft in unveränderter Form auf vielen Presseportalen erscheinen, sind diese denkbar ungeeignet, um relevante Backlinks aufzubauen. Für andere Zwecke mögen sie ihren Sinn erfüllen. Aber ich denke, dass Journalisten heutzutage genügend andere Mittel haben, um zu recherchieren und nicht gerade auf diese teilweise wirklich uninspirierten Pressemitteilungen von Firmen gewartet haben.

6.4. Längeren Content schreiben

Du kannst beispielsweise ein E-Book, ein Whitepaper, eine Case Study oder Ähnliches schreiben, so dass andere Websites für die das Thema interessant ist auf deine Website verlinken. Auch Interviews, Checklisten, Glossare etc. sind geeignete Mittel, um an Backlinks zu kommen. Das passiert natürlich meist nicht von alleine, also musst du recherchieren, für wen das interessant sein könnte und aktiv die Ansprechpartner kontaktieren.

7. Was ist beim Linkbuilding zu beachten?

7.1. Nicht nur auf die Startseite verweisen lassen

Ein typisches Linkprofil einer Website sieht so aus, dass die meisten Links auf die Startseite führen. Das ist aber eher ungünstig. Viel besser ist es, wenn auch auf tieferliegende Links (deep links) verwiesen wird, z.B. auf Blogartikel (noch ein Grund, warum du bloggen solltest).

7.2. Auf den Ankertext achten

Der Ankertext ist der Linktext, der auf der verlinkenden Website verwendet wird. Meist hat man darüber keine Kontrolle, aber wenn (beispielsweise, weil man einen Gastartikel geschrieben hat und auf seine Website verlinken möchte), dann ist es wichtig, dass der Ankertext nicht „Website“ oder „Weitere Informationen“ lautet, sondern den Namen des Gastautors, den Firmennamen, den Domainnamen usw. beinhaltet.

7.4. Nicht auf den Links ausruhen

Wenn einmal auf dich verwiesen wurde und dein Ranking sich verbessert hat, solltest du dich nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Kontinuität ist einer der Schlüssel zum Erfolg!!! Halte deine Website immer möglichst aktuell.

8. Auswertung der Backlinks

Backlinks kannst du entweder mit der Google Search Console überprüfen oder mit diversen kostenlosen Backlink-Tools wie z.B. dieser https://ahrefs.com/de/backlink-checker. Der Umfang ist bei den kostenlosen Tools aber häufig sehr eingeschränkt. Viele SEO-Tools haben eine integrierte Linkdatenbank.

Ist irgendein Schmarrn dabei, sorry, ein Link von einer irrelevanten Website, die spammig aussieht? Dann versuche den Link loszuwerden, v.a. wenn du keinen Traffic über diese Seite bekommst. Möchten die Betreiber der Website auch noch Geld dafür, dass sie den Link entfernen, kannst du in der Google Search Console den Link auch von Google abbauen lassen („disavow“). Manchmal ist es auch nur der Ankertext, der stört. Dann kann man mit den Betreiber sicher eine Änderung vereinbaren. Die Disavow-Taktik solltest du nur dann verfolgen, wenn du bei den entsprechenden Webmastern nichts erreichst oder von einer Abstrafung bei Google betroffen bist (penalty).

Fazit

Backlinks zu analysieren und aufzuräumen ist eine zeitraubende Angelegenheit. Viel besser ist es Qualitäts-Links aufzubauen, anstatt sie wieder abbauen zu müssen. Es kommt eben immer auf deine Ziele an. Wenn du im Netz gefunden werden möchtest und sogar auf der ersten Seite bei Google erscheinen möchtest, dann kommst du um das Linkbuilding nicht herum.