12 SEO-Mythen, du getrost vergessen kannst

Jeder Website-Betreiber möchte, dass seine Seite gefunden wird und beschäftigt sich daher mehr oder weniger zwangsläufig mit Suchmaschinenoptimierung. Ein bisschen hier gelesen, ein bisschen dort gehört – so entstehen SEO-Mythen, die du kritisch betrachten solltest, wenn du möchtest, dass deine Website möglichst gut im Internet gefunden wird. Durch die Google Updates Panda, Penguin und Hummingbird werden immer wieder bestehende SEO-Taktiken abgestraft, so dass man oft gar nicht mehr genau weiß, welche eigentlich veraltet sind und welche man einsetzen sollte.

Mythos 1) Bei SEO geht es nur um Ranking

Natürlich ist es wichtig, dass deine Website mit den für dich wichtigen Keywords idealerweise auf den ersten drei Positionen der organischen Suchergebnisse bei Google und Co erscheint. Gute Klickraten bedeuten vielleicht viele Besucher auf deiner Website, allerdings nicht unbedingt, dass diese Besucher auch das Ziel der Website erreichen, z.B. das Kontaktformular ausfüllen oder etwas bestellen (diese Zielerreichung nennt man „conversion“).

Suchmaschinenoptimierung berührt viele Bereiche: Usability, also die Nutzerführung und die User Experience (wie erleben die Nutzer die Website), die Website-Struktur, Content-Marketing etc. Das Ranking von einzelnen Keywords ist nur ein SEO-Ziel und wird oft überbewertet. Es sind oft gar nicht die relevanten Keywords, deren Ranking analysiert wird.

Mythos 2) Das wichtigste ist Onpage-SEO

Die Onpage-SEO, also alle SEO-Maßnahmen direkt der Website, ist leider nur ein Teil der Arbeit. Außer der Keyword-Recherche, Bilderoptimierung, Content-Erstellung etc., sind noch viele weitere Faktoren zu beachten, wie die Page Performance, das Linkbuilding oder die Social Media Optimization. SEO ist eben ein ganzheitliches Projekt. Es geht immer darum, dass die Website stimmig , die Positionierung klar erkennbar und das Gesamtkonzept „rund“ ist.

Mythos 3) SEO kann auch die IT-Abteilung oder der Webdesigner machen

Ja, klar, SEO hat auch viele technische Aspekte und die IT-Abteilung kann sicher oft helfen, wenn es um redirects geht, die robots.txt oder die Ladezeiten der Site. Aber weder der Webdesigner noch die IT-Abteilung werden sich intensiv mit Keywordrecherche oder Content-Marketing beschäftigen. Deshalb ist es gut, wenn ein SEO-Verantwortlicher sich darum kümmert, die vielen verschieden Aspekte unter einen Hut zu bekommen und die Vorgaben für die anderen macht.

Mythos 4) Keywords müssen genau übereinstimmen und überall eingegeben werden

Keyword-Stuffing, d.h. das Eingeben vieler Keywords in einem Text oder im Footer ist megaout. Vor allem brauchst du nichts mehr in den metatag  <keywords> eingeben, dieser ist für Google völlig irrelevant. Du musst auch nicht das Keyword oder die Long-tail keywords mit Gewalt in den Text pressen. Modernes SEO bedeutet heute eher Keyword-Themenwelten zu finden, also Keywords, Synonyme und Varianten, die dazu passen. Schreibe eine gute Überschrift und für die Nutzer relevante Inhalte. Denn was für die Nutzer gut ist, ist auch gut für Google.

Mythos 5) Es gibt eine ideale Keyword-Dichte

Die Keyword-Dichte ist ein Mythos, der immer wieder auftaucht. Es gibt keine Angabe, wie oft das Keyword erwähnt werden soll. Und wenn der Text unnatürlich klingt, wenn du ihn Dir laut vorliest, dann ist das sicher nicht sinnvoll. Aber es ist sinnvoll das Keyword in der Überschrift zu erwähnen. Wie in einem Buch dient die Überschrift dazu, zu sagen, worum es in dem Kapitel geht. Am besten kommt das Keyword auch in der (nicht zu langen) URL vor und am Anfang des Textes. Überoptimiere nicht, dann wird der Text auch gerne gelesen.

Mythos 6) Es ist gut, wenn viele Links auf meine Website zeigen

Ja, es ist gut, wenn Backlinks von angesehenen thematisch relevanten Seiten auf deine Seite zeigen. Und nein, denn es kommt beim Linkbuilding auf Qualität an, nicht auf Quantität. Die Zeiten von Linkkauf und Linktauschfarmen sind eindeutig vorbei, das erkennt Google sofort als Spam. Auch das sinnfreie Eintragen in alle möglichen Webkataloge, Webverzeichnisse etc. trägt nicht dazu bei, die Autorität einer Website zu stärken. Und du solltest auf keinen Fall Links kaufen. Dieses Geld kannst du besser anlegen, wenn du gute Inhalte schreiben (lässt), z.B. Beiträge für Deinen Blog, interessante Angebote oder auch Gastbeiträge auf anderen Seiten. So baust du nach und nach natürliche Links auf.

Mythos 7) Gute Inhalte reichen, SEO brauche ich nicht

Guter Content ist wichtig, ganz klar. Auch, dass auf der Website immer wieder etwas Aktuelles hinzukommt, ist wichtig. Aber selbstverständlich solltest du auch prüfen, mit welchen Keywords Besucher auf deine Website gelangt sind, woher diese Besucher gekommen sind und welche Beiträge die besten waren. Durch diese Recherche lassen sich auch wieder neue Themen für Deine Website finden. Das ist nun wieder Suchmaschinenoptimierung ;)!

Mythos 8) Ich brauche ganz viel Content

Nein, es geht nicht darum, den Nutzer mit Inhalten zu erschlagen, sondern darum, dass du dein Unternehmen und dein Alleinstellungsmerkmal richtig darstellst und dem Nutzer klar ist, was er als nächstes auf deiner Seite tun sollte. Dazu brauchst du nicht Hunderte von Seiten. Achte lieber auf die Qualität der Inhalte. Nur ein paar Zeilen mit einer Unternehmensnews ist für Nutzer eher uninteressant und wird von Google als „thin content“ bewertet, der keinen Mehrwert bietet. Wenn du also neue Inhalte hinzufügst, achte darauf, dass die neue Seite deshalb entsteht, weil du etwas zu sagen hast und sie dem Nutzer auch wirklich etwas bringt.

Mythos 9)  Social Media und SEO haben nichts miteinander zu tun

Nur um es gleich vorweg zu nehmen: nur weil du ein Unternehmensprofil in Facebook, Xing, Twitter oder in sonst irgendeinem sozialen Netzwerk hast, rankt deine Website nicht automatisch besser. Aber trotzdem gehören eine Social Media Marketing Strategie und Suchmaschinenoptimierung zusammen. Du musst nicht überall vertreten sein, aber wenn, dann richtig, denn hochwertige Inhalte werden auch geteilt. Ein Unternehmensprofil in Google MyBusiness zu haben, gehört ebenfalls unbedingt dazu, denn hier kann man Bewertungen erhalten, in den Google Maps erscheinen und so in den Suchergebnissen besser ranken.

Mythos 10)  Für Local SEO muss ich nur die Stadt einfügen

Wenn es so einfach wäre: dann müsstest du nur auf deiner Seite deine Stadt oder Region im Text hinzufügen und schon würdest du ganz oben in den Suchergebnissen erscheinen. Natürlich ist es sinnvoll, wenn du lokal gefunden werden möchtest, auf der Website zu erwähnen, wo du zu finden bist. Aber denke bei der lokalen Suchmaschinenoptimierung auch an Bewertungsportale, wie Yelp (z.B. für Restaurants) oder Jameda (für Ärzte) und allen voran Google MyBusiness.

Mythos 11) Ich muss meine Website bei Google einreichen

Nein, Google findet deine Website schneller als du denkst. Wenn du Pech hast, indexiert Google die Seiten schon, bevor du überhaupt online gehst (daher z.B. bei WordPress an den Haken denken „Suchmaschinen verbieten zu indexieren“).  Aber du solltest eine sitemap.xml in der Google Search Console einreichen, damit Google ein Inhaltsverzeichnis deiner Website hat. So versteht Google den Aufbau deiner Website schneller und besser.

Mythos 12) SEO ist kostenlos

Wenn du danach gehst, dass du SEO selbst machst und kein Werbebudget im eigentlichen Sinne brauchst, dann mag das vielleicht sein. Und wenn du sowieso gerne Inhalte für deine Website erstellst, also beispielsweise bloggst oder Video-Tutorials erstellst und dies nicht für SEO tust (das solltest du sowieso nicht ;), dann ist SEO vielleicht kostenlos. Natürlich kostet dich SEO deine Zeit, denn sich überhaupt erst einmal einzuarbeiten und immer auf dem Laufenden zu bleiben, kostet natürlich viel Zeit. SEO ist ein Online-Marketing-Instrument wie Anzeigenschaltung auch und daher muss auch dafür Budget (und/oder Zeit) zur Verfügung stehen.

Fazit:

SEO hat immer einen ganzheitlichen Aspekt und viele Stellschrauben. An welchen gedreht werden muss, hängt von deinen Zielen und Prioritäten, Zeit und Ressourcen ab. Wichtig ist erst einmal, dass du dich überhaupt mit dem Thema befasst und veraltete SEO-Techniken nicht mehr einsetzt.

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