++49-89-21 89 42 89 info@tusche-online.de

Vor- und Nachteile einer Subdomain oder eines Subfolders

(blog.domain.de oder domain.de/blog)

Viele Unternehmen stehen vor allem bei Website-Relaunches oder bei der Erweiterung des Angebots vor der Frage, ob eine Subdomain eingerichtet werden soll oder ein Unterverzeichnis auf der Website.

Und was ist denn nun besser für SEO? Über diese Frage diskutieren Online-Marketer oft heftig, aber eines vorweg: für Google ist es relativ egal, ob eine Subdomain einrichtet wird, also beispielsweise ein Corporate Blog, der dann unter der (Sub-)Domain blog.domain.de erreichbar ist. Oder ob der Blog in einem Unterverzeichnis eingerichtet wird, also domain.de/blog. Trotzdem sind viele Experten der Meinung, dass durch ein Unterverzeichnis die Autorität der Website gestärkt wird, was besser für das Ranking ist. Die Entscheidung ist eine strategische Sache und man sollte sich vor dem Website-Relaunch Gedanken machen, denn beide Vorgehensweisen haben Vor- und Nachteile.

1. Was ist eine Subdomain oder ein Subfolder?

Eine Subdomain ist wie der Name schon sagt eine „Unterdomain“ deiner Website (https://deine-website.de) und hat folgende Struktur: https://subdomain.deine-seite.de.

Ein Subfolder ist dagegen einfach ein Unterverzeichnis auf der Hauptdomain wie z.B. https://deine-seite.de/subfolder.

2. In welchem Fall steht eine Entscheidung über eine Subdomain oder ein Subfolder an?

Meistens ist ein Relaunch der Website der Grund, dass Firmen sich Gedanken machen, ob sie eine zusätzliche Domain bzw. Subdomain benötigen oder ob die neuen Inhalte in einem Unterverzeichnis platziert werden sollen. Weitere Möglichkeiten:

  • Es soll eine Landingpage für eine Anzeigenkampagne erstellt werden
  • Es sollen im Rahmen einer Internationalisierung weitere Sprachvarianten hinzukommen für die länderspezifische Subdomains eingerichtet werden sollen. (en.deine-seite.de)
  • Die Website soll einen Corporate Blog oder einen User-Generated-Content-Bereich erhalten.
  • Es kommen neue Produkte hinzu, die sich vom eigentlichen Angebot des Unternehmens stark unterscheiden.
  • Das Unternehmen möchte zusätzlich zur Website einen Shop einrichten.

3. Wann ist der Einsatz von Subdomains sinnvoll?

Grundsätzlich kann die Entscheidung für eine Subdomain-Strategie darin begründet sein, dass

  • unterschiedliche Teams die einzelnen Domains betreuen sollen, z.B. bei länderspezifischen Subdomains wie en.domain.com und de.domain.com. Noch besser ist in einem solchen Fall die Erstellung von entsprechenden TDLs (Top Level Domains, wie beispiel.com, beispiel.de, beispiel.fr)
  • das Unternehmen einen getrennten Content-Bereich erstellen möchte, z.B. einen eigenen Recruiting-Bereich für Bewerber
  • bestimmte Produkte und Angebote erst einmal getestet werden sollen
  • der neue Shop auf einem Shopsystem basiert, die Hauptdomain aber auf einem CMS wie WordPress läuft
  • die Subdomain ein anderes Design erhalten soll.

4. Was ist der Nachteil von Subdomains?

Ein eindeutiger Nachteil liegt im Aufwand und in der Pflege der verschiedenen Domains. Auch wenn sie „Subdomains“ genannt werden, müssen sie getrennt betrachtet werden, denn für Google sind das zwei unterschiedliche Websites. Bei der Google Search Console müssen also auch die Subdomains getrennt angemeldet werden. Es gibt außerdem Besonderheiten zu beachten, wenn es um das Tracking geht. Wenn nämlich verschiedene Tracking-Codes auf den verschiedenen Subdomains implementiert werden, werden Nutzer, die von einer Domain auf die andere wechseln doppelt gezählt, auch wenn es sich um den gleichen Nutzer handelt. Das stimmt allerdings nicht mit dem tatsächlichen Traffic überein. Hier muss ein sogenanntes Cross-Domain-Tracking eingerichtet werden.

Nachteilig ist auch, dass Subdomains nicht von den Links der Hauptdomain profitieren und nicht in die für SEO wichtige interne Verlinkung eingebunden werden können. Denn sie werden dann externe Links gezählt und der sogenannte „Linkjuice“ fließt nicht von der Haupt-Website zur Subdomain.

5. Wann ist die Erstellung von Unterverzeichnissen/Subfolder sinnvoll?

Ein Unterverzeichnis auf der Website einzurichten ist wesentlich unkomplizierter als eine Subdomain zu erstellen. Bei einer Internationalisierung können länderspezifische Seiten dann in Subfolder wie beispiel.com/en oder beispiel.com/de geschoben werden. Ideal ist diese Vorgehensweise allerdings nicht, denn Google hat möglicherweise dann Probleme mit dem Geotargeting, so dass Nutzer nicht sofort die richtige Sprache angezeigt bekommen.

Wenn der Inhalt oder das Angebot erweitert werden soll, ist natürlich eine weitere Seite oder Ordner kein Problem. Allerdings kann sich die Website-Struktur dann so verändern, dass möglicherweise einige Seiten umgeleitet werden sollten, aber auch das ist verglichen mit dem Aufwand eine Subdomain einzurichten ein Klacks. Neben dem geringeren Aufwand und der einfacheren Pflege gibt es bezüglich SEO bei dieser Strategie einen wesentlichen Pluspunkt: Da es mehr Inhalte gibt, wird die Website gestärkt, d.h. alle Linkpower und auch „Authorität“ der Hauptseite fließen in die Unterverzeichnisse und -seiten. Durch die interne Verlinkung wird der „Linkjuice“ weitergegeben. Langfristig ist also, wenn der neu geplante Content der Website nahe beieinander liegt, ein Subfolder die bessere Option für SEO.

5. Nachteile eines Subfolders

Einen echten Nachteil im eigentlichen Sinne gibt es nicht, es ist einfach eine strategische Entscheidung, ob man Content aus bestimmten Gründen auslagern möchte oder nicht. Nur bei länderspezifischen Subfolders sollte man überlegen, ob es nicht besser wäre eine TLD einzurichten (beispiel.de, beispiel.fr etc.)

6. Wie sieht Google das Thema Subdomain oder Subfolder?

John Müller, der Google Webmaster Analyst von Google, gibt übrigens den Tipp, dass wer sich unsicher sei, dem sei die Subfolder-Variante empfohlen. Ansonsten sagt er aber auch: „Google web search is fine with using either subdomains or subdirectories”. Dieser etwas schwammigen Aussage widersprechen einige SEO-Gurus, wie beispielsweise Rand Fishkin in diesem Tweet:

Unterverzeichnisse stärken die Autorität einer Website und sind was das Ranking angeht oft die bessere Alternative.

Das kurze Video der Google Webmasters findest du, wenn du auf das Bild klickst. Es gibt viele SEOs, die die Erfahrung gemacht haben, dass das Ranking sich verbessert, wenn beispielsweise auf Subdomains ausgelagerte Blogs auf die Hauptdomain zurückgeführt werden. Das dürfte allerdings auch damit zu tun haben, dass die Inhalte dann häufig noch einmal überarbeitet werden, alter Content entfernt wird und ganz generell verbessert wird.

7. Was ist das Richtige für deine Website?

Nochmal zusammengefasst die Entscheidungshilfe:

Subdomain:

  • Für sehr unterschiedliche Inhalte/Angebote
  • Bei Pflege durch unterschiedliche Website-Teams
  • Für User Generated Content oder die Nutzung als Landingpages

Subfolder:

  • Für ähnliche Inhalte, die zur Hauptdomain passen
  • Weniger Aufwand bei der Erstellung und leichter zu pflegen
  • SEO-Vorteile durch interne Verlinkung und Linkpower zu einer einzigen Domain

Grundsätzlich gibt es bei diesem Thema kein richtig oder falsch. Aber du musst einfach informiert sein, damit du dir über die langfristigen Folgen einer solchen Entscheidung klar bist. Denn ist eine Subdomain einmal aufwändig eingerichtet, ist es schade, wenn man sich dann wieder umentscheidet aus welchen Gründen auch immer. Das ist mir übrigens auch schon passiert, ich weiß also wovon ich rede 😉. Kommentiere gerne, wenn du Fragen hast oder wenn du andere Erfahrungen gemacht hast.

 

Website-Relaunch geplant? Dann lieber gleich richtig die Weichen stellen!

  • Professionelle Begleitung des Website-Relaunches
  • Feststellung des Ist-Zustands der Website und Optimierungsmöglichkeiten
  • Beratung hinsichtlich SEO zur Vermeidung von Ranking-Verlusten
  • Webanalyse/Tracking-Konzept