Tipps und Trends für deine SEO-Strategie 2019

Rückblickend war das Jahr 2018, was die Suchmaschinenoptimierung angeht, ein durchaus turbulentes Jahr. Google verkündete, dass die in den Suchergebnissen angezeigten Beschreibungen (die meta-descriptions) doppelt so lang sein könnten wie bisher, nämlich 320, statt 160 Zeichen. Super, dachten sich viele Nutzer und optimierten daraufhin ihre Webseiten – nur um kurze Zeit später festzustellen, dass Google wieder zur alten Zeichenlänge zurückkehrt war. Google testet eben auch viel und offensichtlich haben sich die längeren Beschreibungen nicht bewährt.

Die Darstellung der Suchergebnisse verändert sich immer wieder. Google präsentiert immer häufiger selbst die Antworten auf Suchanfragen, was dazu führt, dass der Nutzer gar nicht mehr auf das Suchergebnis klickt und die Webseite ansteuert, weil die kurze Antwort ihm schon ausreicht. Momentan werden auch noch zusätzliche ausklappbare Menüs angezeigt („Nutzer fragen auch“), die auf ähnliche Fragestellungen antworten. Das ist natürlich für Website-Betreiber eine schwierige Situation. 

Auch in Sachen Tools war Google fleißig und präsentierte eine neue Oberfläche in der Google Search Console. Die Daten reichen jetzt 16 Monate zurück und die Reports sind durch die neue Visualisierung leichter zu verstehen.

Und wieder gab es Hinweise auf Google Updates, die sich mit der Qualität von Websites beschäftigten, wodurch sich die Sichtbarkeit von nicht wenigen Websites verschlechterte.

So kann die Website auch in 2019 in den Suchergebnissen ranken

1. Stelle den Nutzer in den Mittelpunkt

„Bei uns steht der Kunde im Mittelpunkt“ heißt es bei vielen Unternehmen auf der Startseite. Ich bin jetzt mal böse: bei den Kannibalen auch ;). Aber von wirklicher Fokussierung auf den Nutzer ist oft herzlich wenig zu spüren. Die User Experience lässt zu wünschen übrig, weil man z.B. ewig suchen muss, bis man ein bestimmtes Produkt gefunden hat oder nicht die Lösung, die man gesucht hat, präsentiert wird. Google kann die Qualität einer Website anhand diverser Kriterien bereits ziemlich gut einschätzen, außerdem gibt es auch Quality Rater, also echte Menschen, die sich Websites ansehen und beurteilen. Hierzu gibt es die sog. Quality Rater Guidelines und ein Punkt beschäftigt sich damit, dass Websites, die nicht erkennen lassen, dass sie hilfreich für Nutzer sind, sehr niedrig eingeschätzt werden.

Was heißt denn nun für Google, dass der Nutzer im Mittelpunkt steht? Es sind im Prinzip viele Kriterien, die auch als Rankingfaktoren gelten, beispielsweise die Mobile Optimierung der Website, schnelle Ladezeiten, eine klare Struktur der Website, eine gute Lesbarkeit, Absprungraten, die durchschnittliche Verweildauer oder auch Klickraten in den Suchergebnissen.

2. Optimiere die Website für mobile Geräte

Bei der Erstellung neuer Websites ist die mobile Optimierung heutzutage ein Muss. Schließlich will man ja seine Nutzer, die die Website auf dem Smartphone ansehen, nicht vergraulen. Es gibt aber immer noch genügend Websites, die hier hinterherhinken. Die Gründe dafür mögen vielfältig sein. Google hatte aber bereits schon länger angekündigt, nicht mehr die Desktop-Version von Websites für die Indexierung zu verwenden, sondern Websites anhand der mobilen Version ranken zu lassen, also „mobile first indexing“. Websites, die nicht mobil optimiert sind, haben dann das Nachsehen, was das Ranking angeht, auch wenn hier auf die Desktop-Version zurückgegriffen wird.

Übrigens ist es auch wichtig, die eigene Website auf diversen Handys zu kontrollieren, damit man sicher sein kann, das alle Elemente korrekt angezeigt werden. Wo erscheinen beispielsweise Sidebars oder sind die Buttons nicht zu eng beieinander (der berühmte „Wurstfingereffekt“)?

Welche Schwachstellen es möglicherweise bei der mobilen Anzeige deiner Website geben mag, erfährst du übrigens mit diesem kostenlosen Google-Tool: https://search.google.com/test/mobile-friendly

Ich kann mich nur wiederholen: 2019 ist definitiv ein Website-Relaunch angesagt, wenn die Website deines Unternehmens nicht für mobile Geräte optimiert ist. Und ich würde das nicht sagen, wenn ich nicht auf genügend Websites stoßen würde, bei denen das noch nicht der Fall ist. Aber ich möchte hier niemanden vorführen, deshalb bringe ich keine schlechten Beispiele ;).

3. Technisch einwandfreie Seiten

Wenn du eine WordPress-Seite hast (oder ein anderes Content-Management-System) bist du von Haus aus schon mal gut aufgestellt. Die CMS sind die Basis für eine solide Programmierung mit Seiten, die auch gut für Google zu crawlen sind und somit technisch gesehen eine reelle Chance haben überhaupt in den Suchergebnissen zu erscheinen. Um zu sehen, ob und wie Google deine Website findet und durchforstet, solltest du dich bei der Google Search Console anmelden.

Hier erhältst du viele Hinweise darauf, was du tun kannst, damit die Seiten deiner Website indexiert werden. Lade beispielsweise eine XML-Sitemap hoch, eine Art Inhaltsverzeichnis für Google oder lasse die Website rendern, um zu sehen, ob es Probleme gibt. Mehr Infos zur Google Search Console findest du im Artikel: Wie du von der Google Search Console profitieren kannst.

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4. Sorge für Backlinks und Erwähnungen

Backlinks sind Links auf thematisch passenden und qualitativ sehr hochwertigen Websites, die auf deine Website bzw. deine Inhalte verweisen. Backlinks sind nach wie vor wichtig für ein Ranking der Website. Wenn deine Website oder dein Blog häufig im Netz erwähnt wird, in den sozialen Netzwerken geteilt wird und ganz allgemein Nutzern empfohlen wird (die gute alte Mundpropaganda), ist das ein gutes Zeichen. Es lohnt sich also sich gut zu vernetzen.

Aber es gibt auch URLs, die gut in den Suchergebnissen ohne Backlinks ranken. Warum?

Google ist längst in der Lage mit Hilfe eines selbstlernenden Algorithmus, also maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz, noch nie zuvor eingegebenen Suchanfragen einzuschätzen. Dieser RankBrain genannte Teil des Google-Algorithmus soll die Suchmaschine dabei unterstützen, die Suchanfragen zu verstehen und einzuordnen. Es ist also wichtiger denn je zu verstehen, was denn die Absicht des Nutzer ist, wenn er einen Suchbegriff bzw. eine Phrase eingibt und die Inhalte daraufhin abzustimmen. Natürlich solltest du dafür Inhalte erstellen, die so gut sind, dass sie von anderen empfohlen werden, d. h. dass sie einen Link auf deine Website setzen (siehe auch Punkt 5.) 

Im Artikel SEO-Taktik Linkbuilding erfährst du mehr über Herangehensweisen, um relevante Backlinks für deine Website zu generieren.

5. Setze auf Inhalte, denn Content ist immer noch King

Auch wenn Content nicht nur Text ist, sondern natürlich auch Podcasts, Bilder, Infografiken, Videos etc. Inhalte sind, kann Google trotzdem Text am besten auslesen. Die Suchmaschine möchte verstehen, ob die Seite der Website die beste Seite zu einer bestimmten Keyword-Kombination ist. Wenn du mehr Inhalte, beispielsweise in Form eines Corporate Blogs, zur Verfügung stellen kannst, ist es potenziell auch möglich, für weitere Keyword-Kombinationen in den Suchergebnissen zu erscheinen.

Du musst nicht unbedingt einen Blog führen, vor allem dann nicht, wenn dein Unternehmen nicht über die entsprechenden Ressourcen verfügt. Aber trotzdem könnte vielleicht ein Ratgeber veröffentlicht werden, eine FAQ-Seite oder eine Checkliste. 

Auch 2019 geht es leider nicht anders: eine kleine Website mit wenig (hilfreichem) Text hat nur wenig Chancen nennenswert in den Suchergebnissen zu erscheinen.

6. Mache eine umfangreiche Keyword-Recherche – trotz Googles künstlicher Intelligenz

Wie oft habe ich schon gehört, dass die Keyword-Recherche doch völlig out sei, da Google ja nun alles schon verstehen könnte. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Ja, Google kann schon für viele komplexe, bisher noch nie gestellte Suchanfragen Ergebnisse liefern und versteht die Nutzer immer besser. Und natürlich versteht Google auch Synonyme und Varianten von Suchbegriffen. Aber bei der Keyword-Recherche geht es nach wie vor darum, dass du verstehst, welche Worte und Phrasen Nutzer verwenden, um eine Lösung für ihr Problem zu finden, das du lösen kannst.

Suche deshalb Suchbegriffe, die als Hauptkeyword (auch aus mehreren Worten bestehend) dienen kann sowie weitere dazu passende Begriffe als sekundäre Keywords, damit Google genau weiß, was das Thema der Seite ist. Google möchte immer die beste und vor allem die relevanteste Seite zu einem gesuchten Begriff zeigen. Schau dir in den Suchergebnissen an, welche Seiten zu deinen Suchbegriffen ranken und versuche einen noch besseren und passenderen Text zu verfassen.

7. Beschäftige dich mit Snippets, Rich Snippets, strukturierten Daten und Featured Snippets

Immer noch wichtig ist die Darstellung der Suchergebnisse (Snippets) – auch in 2019. Hier gilt es die URL, den Title, die Meta-Beschreibung sorgfältig auszufüllen mit den Keywords, nach denen Nutzer tatsächlich suchen. Wie du das mit dem populären SEO-Plugin für WordPress von Yoast machst, erfährst du im Artikel WordPress SEO mit YOAST.

Als Rich Snippets bezeichnet man Suchergebnisse, bei denen zusätzliche Informationen angezeigt werden und die somit mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wie beispielsweise durch Bewertungssternchen, Veranstaltungsdaten, Rezepte mit Bildern, Produkte etc. Um diese Zusatzinformationen in den Suchergebnissen anzeigen zu lassen, benötigt Google sogenannte strukturierte Daten. Am häufigsten verwendet werden die Daten von schema.org. Einfacher, gerade für kleinere Websites, ist allerdings die Verwendung des Data Highlighter in der Google Search Console.

Ein Featured Snippet ist ein hervorgehobenes Suchergebnis, das als allererstes als Antwortbox angezeigt wird. Es steht also an Position 0. Um hier mit der eigenen Website aufzutauchen, bieten sich vor allem Definitionen an, z.B. Anworten auf Fragen „was ist…“ etc. Auch Listen können gut funktionieren.

Featured snippet in den Suchergebnissen

Mehr Infos dazu, findest du hier: https://www.seokratie.de/featured-snippets/

8. Verbessere die Ladegeschwindigkeit der Website

Die Ladezeiten der Website zu bessern ist ein umfangreiches Thema und erfordert meist auch Programmierkenntnisse. Erste Hinweise darauf, was verbessert werden sollte, liefert Google selbst in den Page Speed Insights. Oft kann durch Komprimierung von Bildern oder Browser-Caching schon einiges erreicht werden. Letztendlich nimmst du diese Maßnahmen vor, damit Nutzer nicht so lang warten müssen, bis die Seite lädt und sie eine gute „User Experience“ haben, vor allem auch auf mobilen Endgeräten. Es kann sich also hier etwas zu investieren und einen Programmierer um Unterstützung zu bitten.

9. Stelle deine Website auf das sichere Internet-Protokoll HTTPS um

Wenn ein Website-Relaunch oder eine neue Website geplant ist, sollte diese in jedem Fall über das sichere Internet-Protokoll HTTPS verfügen. Dieses Kommunikationsprotokoll stellt sicher, dass Daten abhörsicher übertragen werden und zwar nicht nur bei Onlineshops, sondern auch auf deiner Website, wenn Nutzer beispielsweise dein Kontaktformular ausfüllen.

Erkundige dich bei deinem Provider wegen eines SSL-Zertifikats für deine Website, viele Provider stellen es kostenlos zur Verfügung, wie beispielsweise all-inkl. 2019 führt kein Weg mehr daran vorbei die Website von http auf https umzustellen, denn auch Google bevorzugt diese Websites und zeigt http Websites im Browser als „nicht sicher“ an.

Wenn du Google Analytics und die Google Search Console nutzt, musst du nach der erfolgten Umstellung ein paar Einstellungen in beiden Tools ändern.

10. Optimiere deine Bilder

2017 hat Google die Bildersuche aktualisiert, was gerade für bildlastige Websites wie die von Fotografen oder Künstlern, problematisch war. Denn nun werden die Bilder in Originalqualität bereits in der Bildersuche angezeigt und nicht mehr nur ein Thumbnail. Dadurch dürfte der Traffic bei vielen Websites eingebrochen sein, da es nun nicht mehr unbedingt nötig ist, die Website aufzurufen, um das Bild in Originalgröße zu sehen.

Daher ist es weiterhin wichtig auf qualitativ hochwertige Bilder zu achten und die Bilder richtig zu optimieren, d.h. den richtigen Dateinnamen, das Alt-Tag sowie das Title-Tag zu verwenden, wie im Artikel SEO-Tipps unter Punkt 5 beschrieben.

Was steht sonst noch 2019 an?

Die Sprachsuche/Voice Search ist sicherlich ein Thema auf das viele Firmen noch nicht vorbereitet sind und was sicher einen großen Einfluss auf SEO haben wird. Mehr Info: https://karlkratz.de/onlinemarketing-blog/digitale-assistenten-sprachsuche/.

Accelerated Mobile Pages (AMP), Googles Initiative noch bessere und schnellere mobile Seiten zu liefern, wird sicher zum Standard werden. Hier geht es darum eine abspeckte HTML-Version der Seiten auszuliefern. Mehr Infos dazu: https://www.ampproject.org/docs/tutorials/create

Ganz generell: wer dafür sorgt, dass es seine Website technisch einwandfrei ist und die Qualität der Website an sich sowie der Inhalte hervorragend ist, der braucht sich um die Updates von Google nicht allzu viel kümmern. Denn Fakt ist, dass sich Google immer verbessern möchte, um Nutzern das beste Suchergebnis zu präsentieren. 

Es bleibt sicher spannend im SEO-Bereich. Wenn du an die oben erwähnten Punkte denkst, hat deine Website aber in jedem Fall das Potenzial von deinen gewünschten Zielgruppen im Netz gefunden zu werden.

 

Bildnachweis: Photo by Carlos Muza on Unsplash

 

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