WordPress SEO: Wie du deine WordPress-Website für Google & Co optimieren kannst

In diesem Artikel möchte ich weniger auf die Stellschrauben eingehen, die für die Suchmaschinenoptimierung wichtig sind, sondern speziell auf die Umsetzung von WordPress SEO mit dem Yoast SEO-Plugin eingehen. Grundsätzliche Tipps für die Suchmaschinenoptimierung findet du im Artikel „Zehn SEO-Tipps“.

Zunächst einmal möchte ich anmerken, dass du generell mit dem Content Management System WordPress für die Suchmaschinenoptimierung schon mal gut ausgestellt bist. Denn WordPress ist so programmiert, dass viele für die Suchmaschinenoptimierung wichtige Elemente schon vorhanden sind bzw. durch Erweiterungen, also Plugins, leicht hinzuzufügen sind. Das kann bei anderen Content-Management- oder selbstgestrickten Systemen schon ganz anders aussehen. Allerdings haben solche Systeme auch ihre Berechtigung, denn manche Anforderungen sind mit WordPress nicht unbedingt gut realisierbar.

Die reine Onpage-Optimierung, d.h. also die technische Optimierung im Backend der Website ist nur ein Aspekt, der dazu führt, dass Besucher deine Website finden können. Sie ist aber natürlich ein sehr wichtiger Teil SEO-Strategie.

Wichtig ist es, zwei Dinge zu verstehen: einmal, dass die Installation des Yoast SEO-Tools nicht bedeutet, dass deine Suchmaschinenoptimierung erledigt ist. Bitte nicht lachen, wem dies absurd erscheint. Ich habe schon öfters mit Kunden gesprochen, deren Website nicht gut gefunden wurde, dass ihre Website suchmaschinenoptimiert sei, weil sie das Plugin installiert hätten. Aber es wurde eben nicht richtig eingesetzt. Zweitens geht es auch nicht darum, irgendwelche Fokus-Keywords in das Yoast SEO-Tool einzutippen, sondern um sinnvolle Suchbegriffe, die Nutzer tatsächlich in das Suchfeld bei Google eintippen.

Warum solltest du das Yoast SEO-Plugin nutzen?

Natürlich gibt es auch andere SEO-Plugins, die alle die Aufgabe haben, dir die Eingabe bestimmter für SEO wichtige HTML Tags zu erleichtern. Allerdings bietet das Tool von Yoast weitere Features, die darüber hinaus gehen und die dich sehr unterstützen können. Yoast zeigt dir bereits an, wie das Suchergebnis bei Google aussehen wird, das sog. Snippet, beispielsweise:

Der title-tag ist sehr wichtig für SEO
Dieses Suchergebnis in Google besteht aus folgenden Elementen:

  1. dem <title>-Tag, d.h. dem anklickbaren blauen Link in den Suchergebnissen
  2. der URL
  3. der Beschreibung (Meta-Beschreibung).

 

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Die wichtigsten Features im Yoast SEO-Tool

Damit die o.g. Punkte auf deiner Website für jede Seite korrekt sind und Google nicht einfach irgendwelche Beschreibungen zusammenklöppelt, musst du die Angaben editieren. Unter jeder WordPress-Seite oder Beitrag findet man folgende Felder:

Anleitung Yoast-SEO-Plugin
Das kannst alle Felder editieren, indem du auf „Code-Schnipsel bearbeiten“ gehst. Es gibt die Möglichkeit den SEO Titel (= <title>-tag), den Permalink und die Meta-Beschreibung zu ändern. In den Einstellungen des Plugins kannst du übrigens auch das Trennzeichen zwischen Text und Website-Namen ändern, so dass beide z.B. durch einen Punkt oder einen Gedankenstrich getrennt werden.

Trennzeichen im Title ändern

1.) Der SEO Titel (der anklickbare Link im Suchergebnis)

Viele WordPress-Themes nehmen als Title einfach die Überschrift, die auch zur URL (Permalink) wird. Meist wird auch der Name der Website hinzugefügt. Du kannst dieses Feld auch überschreiben. Häufig ist das sogar ratsam, wenn der Title durch den Firmennamen zu lang wird. Wichtig ist nur, zu wissen, dass du dieses Feld überhaupt ändern kannst und darfst, denn oft trauen sich Laien nicht, diesen Eintrag überhaupt zu ändern. Du kannst beispielsweise den Separator und den Site-Namen „%%sep%% %%sitename%%“ entfernen, wenn dadurch der Title zu lang wird.

Kleiner Techie-Exkurs

In den Einstellungen von Yoast kannst du diese Vorgabe übrigens auch ändern. Wenn z.B. dein Firmenname sehr lang ist, so dass der Titel immer zu lang wird, dann kannst du Yoast standardmäßig so einstellen, dass der „sitename“ (bei mir z.B. Tusche Online-Marketing, was auch zu lang ist) nicht mehr hinten drangehängt wird. Dazu entferne einfach den Parameter „%%sep%% %%sitename%%“ bei den Beiträgen und/oder Seiten. 
Allerdings sollte dazu dein WordPress-Version aktuell sein (mind. 4.1.) und du solltest darauf achten, dass dein Theme einen „title-tag-support“ hat, damit es keine doppelten Seitentitel gibt. In der functions.php sollte folgender Eintrag vorhanden sein: add_theme_support( ‚title-tag‘ );

SEO-Tipp

Der Titel ist äußerst wichtig für dein WordPress SEO, denn anhand dieses Titels erklärst du deinen Nutzern und Google worum es auf deiner Seite geht. Hier kommt bereits das sogenannte Fokus-Keyword vor, das auch aus einer Wortkombination bestehen kann. Dieses Keyword bzw. die Kombination mehrerer Worte sollte etwas sein, was Nutzer wirklich suchen und in das Suchfeld eintippen.

2.) Der Permalink (die URL im Suchergebnis)

Der Permalink wird automatisch von WordPress bei Eingabe des Titels für die Seite generiert und es gibt kaum einen Grund diesen an dieser Stelle zu ändern (eher unter „Neuen Beitrag erstellen“ oder „neue Seite erstellen“, z.B. wenn die URL sehr lang wird). Du wirst wahrscheinlich ganz automatisch auch hier zusammenfassen, worum es auf der Seite geht, also auch hier ein Keyword verwenden.

3.) Die Metabeschreibung

Diese Beschreibung ist zwar kein Rankingfaktor, dient aber dazu dem Nutzer zu verdeutlichen, warum er auf deine Website gehen sollte und was er dort erfährt. Das Verhältnis der Impressionen, d.h. wie oft deine Website in den Suchergebnissen angezeigt wird und der tatsächlichen Klicks, die sog. Klickrate gilt allerdings sehr wohl als möglicher Rankingfaktor, da Google darauf schließt, dass dieser Begriff sehr gut passt.
Wie lang der Titel und die Beschreibung sein dürfen, zeigt dir das Yoast Tool anhand der orangen oder grünen Streifen während des Eintippens. Sie sollten weder zu lang noch zu kurz sein.

Das Endergebnis sieht dann beispielsweise so aus:

SEO-Tool yoast-suchergebni

4.) Das Fokus-Keyword im Yoast SEO-Tool

Dies ist der am häufigsten missverstandene Eintrag beim Yoast-Tool und vor allem ist er kein Ranking-Faktor. Es ist NUR dafür gedacht die Analyse zu generieren, die du weiter unten angezeigt bekommst. Das heißt, du wirst in den seltensten Fällen überall grüne Punkte erlangen. Wenn dein Fokus-Keyword bespielsweise wie bei mir „facebook fanpage tipps“ heißt und im Titel „Facebook-Fanpage Tipps“ steht, erhalte ich sofort die Meldung, dass ich den Title nicht optimiert hätte. Auch wenn diese Wortkombination nicht genau so an den anderen entscheidenden Stellen im Text in dieser Form steht, zeigt mir das Tool einen roten Ampelpunkt.

Also nicht verzweifeln, es ist eben nur ein Tool. Den gesunden Menschenverstand ersetzt es nicht. Das Ziel ist NICHT überall eine grüne Ampel zu erhalten, sondern ein sinnvolles Keyword bzw. eher eine Keyword-Themenwelt zu finden und darüber einen ganzheitlichen Text zu schreiben. Wie man Keywords findet, habe ich in dem Artikel „Keyword-Recherche leicht gemacht“ beschrieben.

Nicht falsch verstehen: die Analyse hilft in jedem Fall nochmal zu checken, ob man nichts vergessen hat. Ist das Keyword z.B. in der ersten Überschrift (H1) enthalten. Vergiss übrigens auch den Analysepunkt „Keyword-Dichte“. Das ist schon länger nicht mehr relevant. Es geht mehr darum auch Synonyme, enge verwandte Worte zu verwenden oder Worte, die einfach zu erwarten sind, wenn man ein Thema beschreibt. Diese zusätzlichen Keywords nennt man „Proof-Keywords“, damit Google das Thema der Website richtig versteht. Und natürlich auch deine Leser ?.

5.) Die Lesbarkeit

Nun hast Du also deinen Artikel fertig, die Meta-Daten sind eingegeben. Das Tool zeigt dir nun rechts in der Spalte über dem „Veröffentlichen“ oder „Aktualisieren“-Button die Lesbarkeit und den SEO-Wert an. Wenn hier nur ein „ok“ statt „gut“ steht, würde ich das nicht überbewerten. Wie gesagt, es ist nur ein Tool. Lass lieber eine Person deines Vertrauens über deinen Text lesen, die dir sagen kann, ob der Text gut lesbar und verständlich ist.

Weitere nützliche Features für dein WordPress SEO

1.) Schlagwortseiten nicht in den Index aufnehmen lassen

In den Einstellungen unter „Titles & Metas“ hast du unter Taxonomien die Möglichkeit die Schlagwort-Seiten nicht in den Index der Suchmaschinen aufzunehmen. Das ist dann sinnvoll, wenn du sehr viele Schlagworte (Tags) vergeben hast, aber nicht alle so viel Inhalt haben. Denn jedes Schlagwort führt dazu, dass WordPress eine eigene Seite dafür anlegt, z.B. https://tusche-online.de/tag/website-optimierung/ für das Schlagwort „Website-Optimierung“. Auf dieser Seite steht nicht sehr viel, außer den Anreißertexten für die entsprechenden Blogartikel. Es gibt wenig Grund, warum diese Seite von Google in einer hohen Position gezeigt werden sollte. Also erspare ich Google, dass sie diese weniger interessante Seite crawlen müssen. Denn Google setzt sich ein Crawl-Budget für jede Website, so dass vielleicht für wirklich wichtige Seiten kein Budget mehr übrig ist. Bei Blogs, die sehr viele Schlagworte vergeben haben, werden hier teilweise hunderte von eigenen URLs generiert, die aber nicht zum Ranking der Seiten beitragen.

Hier kannst du verhindern, dass diese Seiten indexiert werden.

Schlagwortseiten vom Index ausschließen

2.) Die XML-Sitemap

Die XML-Sitemap ist für den Nutzer nicht sichtbar und stellt ein Inhaltsverzeichnis für die Suchmaschinen dar. Sie ist zwar nicht zwingend nötig, aber trotzdem sehr praktisch. Yoast erstellt sie automatisch und zwar hier:

Klick auf den Button, so dass du die diversen Sitemaps siehst. Die relevanten kannst du in der Google Search Console einreichen, um so Google ein aktuelles Verzeichnis deiner Website zu übermitteln. Es ist auch möglich bestimmte Seiten von der Indexierung auszuschließen, wenn das nötig sein sollte. Unter „Taxonomien“ kannst du definieren, welche Sitemap-Einstellungen du verwenden möchtest.

A propos Search Console: für mich gibt es keinen Grund, warum ich Yoast mit der Search Console verbinden sollte. Wenn dir hier einer einfällt, dann schreibe mir gerne in den Kommentaren. Aber ich halte es immer sinnvoller, direkt die Google Search Console aufzurufen.

Zusätzliche Tipps zum Yoast SEO-Plugin

1.) Halte das Plugin immer aktuell, da das Yoast-Team ständig Updates und Verbesserungen durchführt. Dieser Beitrag bezieht sich übrigens auf die Version 5.1.

2.) Die Premium-Version brauchst du m.E. nicht, außer du benötigst mehr Support, möchtest deine interne Verlinkung durch das Tool checken lassen oder brauchst einen Redirect Manager. Zur Weiterleitung von Seiten gibt es aber auch andere kostenfreie Plugins. Weitere Premium-Features des Yoast SEO-Tools findest du hier: https://yoast.com/wordpress/plugins/seo/

3.) Links bei den Icons, findest du das Teilen-Icon. Bei diesen Einstellungen kannst du beispielsweise festlegen, welches Bild du für Facebook oder Twitter verwenden möchtest.

4.) Beim Zahnrad-Icon kannst du festlegen, ob die Seite überhaupt in den Index der Suchmaschinen aufgenommen werden soll. Es gibt viele Website-Betreiber, die ihr Impressum ausschließen oder wenig wichtige Seiten.

Fazit

Die Onpage-Optimierung ist zwar nur ein Aspekt, die für die Suchmaschinenoptimierung ausschlaggebend ist. Trotzdem solltest du dir bei der Formulierung des Titles und der Meta-Description Mühe geben und herausfinden, was deine Leser wirklich anspricht. Melde dich zur Google Search Console an, damit du siehst, welche Suchanfragen die Nutzer eingegeben haben, um auf deine Website zu kommen. Dazu findest du mehr Informationen im Artikel SEO mit der Google Search Console. Und optimiere immer mal wieder, wenn du siehst, dass sie andere Worte verwenden, als du ursprünglich gedacht hast.

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